Die Quellen zu deutschen Jesuiten in Indien

Außenansicht der Basílica do Bom Jesus, Jesuitenkirche in Velha Goa in Indien.

INHALT: His­torisch­er Hin­ter­grund: Jesuit­en in Indi­en |   Die Ordensstruk­turen  |    Quellen zu Jesuit­en, die aus dem deutschen Sprachraum nach Indi­en kamenArchive und Bestände im deutschsprachi­gen Raum |   End­noten   |   Gedruck­te deutschsprachige Quellen (in Auswahl und teil­weise über­set­zt)   |   Weit­er­führende Lit­er­atur (in Auswahl)

Historischer Hintergrund: Jesuiten in Indien

Der Heilige Stuhl in Rom hielt die früh­neuzeitlichen por­tugiesis­chen Unternehmungen auf der Suche nach dem Seeweg nach Indi­en offen­bar für so vielver­sprechend, dass der Papst bere­its 1442 das ius patrona­tus (Patronat­srecht) über alle kün­ftig eroberten Gebi­ete in Afri­ka und östlich davon der por­tugiesis­chen Kro­ne zus­prach. 1455 übertrug die Bulle Romanus Pon­tif­ex Por­tu­gal das Monopol für Ent­deck­un­gen und Eroberun­gen; hierzu gehörte auch das Recht, in den eroberten Län­dern Kirchen und Klöster zu erricht­en sowie seel­sorg­erisch tätig zu wer­den. Untrennbar ver­bun­den mit ihrem Streben nach Expan­sion war für die katholis­chen Iber­er so for­t­an die Mis­sion in ihren Zielländern.

1488 erre­ichte Bartholomeo Diaz erst­mals die später Kap der Guten Hoff­nung genan­nte südliche Spitze Afrikas, zehn Jahre später umschiffte Vas­co da Gama das Kap und erre­ichte anschließend Indi­en. Bald ent­standen dort por­tugiesis­che Brück­enköpfe in Küsten­nähe, denn das Hin­ter­land war den zu Lande an Zahl und mil­itärischem Durch­set­zungsver­mö­gen weit unter­lege­nen Europäern kaum zugänglich. Ein­heimis­che Machthaber wiederum set­zten den Frem­den auf hoher See wenig ent­ge­gen, so dass die Por­tugiesen schnell ein See­han­delsmonopol im Indis­chen Ozean etablieren konnten.

Ein Orden hat­te beson­deres Inter­esse an der Mis­sion in Asien: die Gesellschaft Jesu.[i] Die Keimzelle des späteren Jesuitenor­dens war eine in Paris um Ignatius von Loy­ola (1491–1556) ent­standene Gemein­schaft von ins­ge­samt sieben Stu­den­ten. 1534 legte die Gruppe die Gelübde der Armut und Keuschheit ab und gab fern­er das Ver­sprechen, Mis­sion­sar­beit im Heili­gen Land zu leis­ten oder sich, sollte dies nicht möglich sein, direkt dem Willen des Pap­stes zu unter­stellen. Da die Über­fahrt nach Palästi­na tat­säch­lich unmöglich wurde, stell­ten sich die Gefährten im Novem­ber 1538 in Rom Papst Paul III. zur Ver­fü­gung. Die beson­dere Affinität der Jesuit­en zu Asien lag im Mis­sion­sruf durch Por­tu­gal begrün­det, in/mit dem die por­tugiesis­che Kro­ne den Papst im sel­ben Jahr darum bat, Mit­glieder der damals noch nicht als Orden anerkan­nten Gruppe um Ignatius in seine überseeis­chen Gebi­ete senden zu kön­nen, wo sie beson­ders die in den Jahren 1535–1537 bekehrte Kaste der Par­aver (Perl­fis­ch­er) an der Südostküste Indi­ens seel­sorg­erisch betreuen soll­ten. 1539 entsch­ieden sich Ignatius und seine Gefährten zur Ordens­grün­dung und reicht­en dem Heili­gen Stuhl ihr Pro­gramm ein, die For­mu­la Insti­tu­ti, das mit gerin­gen Änderun­gen in der Bestä­ti­gungs­bulle Regi­mi­ni mil­i­tan­tis Eccle­si­ae vom 27. Sep­tem­ber 1540 angenom­men wurde. Prä­gend für den neuen Orden war ins­beson­dere der Verzicht auf die typ­is­chen Attribute ein­er mön­chis­chen Gemein­schaft, näm­lich Chorge­bet, Habit, Klausur und sta­bil­i­tas loci (Orts­ge­bun­den­heit); stattdessen set­zte Ignatius auf gewöhn­liche Lebensweise und Mobil­ität. Der man­gel­nden Akzep­tanz der Europäer durch die Inder vor Ort ver­sucht­en die Ordens­mit­glieder durch Ver­ständ­nis von kul­turellen Hin­ter­grün­den zwecks Anpas­sung an indis­che Wertvorstel­lun­gen zu begeg­nen, was ihnen einen, in den Augen viel­er Europäer nicht unum­strit­te­nen, einzi­gar­ti­gen Zugang zur indis­chen Gesellschaft ermöglichte. Die Anpas­sung an das Kas­ten­we­sen erschien vie­len Vertretern ander­er katholis­ch­er Orden vor Ort und auch kirch­lichen Entschei­dungsträgern in Europa als unchristliche Vorge­hensweise, die Jesuit­en vertei­digten ihren Ansatz der soge­nan­nten Akko­mo­da­tion hinge­gen als Mit­tel zum Zweck.

Die Ordensstrukturen

Die Ordensstruk­turen erk­lären die Wege des schriftlichen Kom­mu­nika­tion­ssys­tems der Jesuit­en und lassen Rückschlüsse auf den heuti­gen Verbleib der Quellen zu. Der Jesuitenor­den ist in admin­is­tra­tive Ein­heit­en gegliedert, deren kle­in­ste die Mis­sion ist. Ihr sind Vizeprov­inzen, Prov­inzen und schließlich Assis­ten­zen über­ge­ord­net. Diese größten admin­is­tra­tiv­en Ein­heit­en der Gesellschaft waren zur Blütezeit des Ordens grob nach den europäis­chen Sprach­gren­zen aus­gerichtet: die deutsche, franzö­sis­che, ital­ienis­che, spanis­che, por­tugiesis­che sowie die erst im 18. Jahrhun­dert gebildete pol­nis­che Assis­tenz. Je ein Prov­inzial oder Vize-Prov­inzial stand an der Spitze der Orden­sprov­inzen oder ‑vizeprov­inzen und wachte unmit­tel­bar über die Rek­toren und Supe­ri­oren. Diese ver­wal­teten Kol­legien, Noviziate, Pro­fesshäuser, Sem­i­nare, Mis­sio­nen und Besitztümer des Ordens.[ii]

Die por­tugiesis­che Assis­tenz, 1558 gegrün­det, war eine der zunächst vier Assis­ten­zen des Ordens und diejenige mit den größten geo­graphis­chen Aus­maßen. Sie bestand aus fünf Prov­inzen: dem Kön­i­gre­ich Por­tu­gal selb­st, in Indi­en Goa und Mal­abar, fern­er Japan und Brasilien sowie den Vizeprov­inzen Chi­na und den atlantis­chen Inseln mit Por­tu­gals afrikanis­chen Enklaven. Die allererste Prov­inz der Jesuit­en für Asien war die Goa-Prov­inz. 1583 wurde Japan von ihr abge­tren­nt und eigen­ständig, 1623 Chi­na. 1601 wurde Südin­di­en zur Vizeprov­inz erk­lärt, 1605 wurde dann die nun Mal­abar-Prov­inz genan­nte Region eine unab­hängige Prov­inz des Ordens.

In Goa, der wirtschaftlichen und poli­tis­chen Basis des Ordens in Asien, waren die Jesuit­en in der Stadt durch den Kon­vent und das Pro­fesshaus von Bom Jesus vertreten, fern­er durch das Col­le­gio de S. Paulo. Außer­dem ver­fügten sie in Goa über weit­ere Kol­legien mit enormem Landbe­sitz, wie das Kol­leg von Rachol, die Cate­c­u­menos de Betim und das Col­le­gio Novo de S. Paulo sowie das von Chorão, fern­er die Casa de Juarim, die Casa de Quelos­sim und den Con­ven­to da Madre de Deus en Pilar. Im Nor­den Goas waren die Jesuit­en beson­ders auf Salsette vertreten mit Ein­rich­tun­gen in Ban­do­ra, Mahim, Chaul, Manor und Baçaim.[iii] 1697 informierte der Proku­ra­tor der Mal­abar-Prov­inz João da Cos­ta seinen Mit­brud­er Stephan Brem­mer über die enor­men Dimen­sio­nen der südindis­chen Jesuit­en­prov­inz, deren Größe er als ein Dreivier­tel der Fläche Europas ein­schätzte.[iv] Diese Prov­inz umfasste die heuti­gen indis­chen Bun­desstaat­en Tamil Nadu und Ker­ala, fern­er Sri Lan­ka. Darüber hin­aus erstreck­te sie sich weit­er nach Nor­den über weite Gebi­ete an der Ost- sowie der West­küste Indiens.

Die bedeu­tend­sten Mis­sio­nen inner­halb dieser Prov­inz waren: Kap Komorin im Süden, die ost­ben­galis­che Mis­sion in Hugli – dem Ort, an dem 1690 Cal­cut­ta gegrün­det wurde – im West­en die Mis­sion der Fis­cherküste und die Mal­abar-Mis­sion, im Südosten die Madu­rai-Mis­sion sowie São Tomé de Myla­pore, ein Teil des späteren Madras. Zusät­zlich war die Mal­abar-Prov­inz zuständig für die Jesuit­en­sta­tio­nen auf Cey­lon und den Molukken, eben­so für das Kol­leg in Malak­ka. Auch die Jesuit­en­mis­sio­nen im Mogul­re­ich gehörten zur Mal­abar-Prov­inz, die sich jedoch im 17. und 18. Jahrhun­dert nur noch mit der Betreu­ung der einst gewonnenen Chris­ten, nicht mehr jedoch mit Mis­sion­ser­fol­gen schmück­en konnten.

Die Zen­trale des bald wel­tumspan­nen­den Jesuitenor­dens befand – und befind­et sich nach his­torischen Unter­brechun­gen auch heute wieder – in Rom. Damals wie heute ver­fügte der auf Leben­szeit gewählte Ordens­gen­er­al über uneingeschränk­te Kon­trolle inner­halb des Ordens, ihm unter­standen die Prov­inziale, die Leit­er der Orden­sprov­inzen, und die Rek­toren, die Vorste­her der Orden­shäuser. Die beson­dere Affinität des Ordens zum Papst bedeutete auch eine spezielle admin­is­tra­tive Frei­heit: Die Jesuit­en waren nicht an Bistümer oder andere kirch­liche Ver­wal­tung­sein­heit­en gebun­den, son­dern kon­nten vom Heili­gen Stuhl direkt entsandt werden.

Die Por­tugiesen began­nen im 17. Jahrhun­dert ihre Vor­ma­cht­stel­lung unter den Europäern in Asien zugun­sten der Hol­län­der und Englän­der zu ver­lieren. Entsprechend nahm die Zahl der por­tugiesis­chen Jesuit­en ab und wurde – in gerin­gerem Umfang – durch Ange­hörige ander­er europäis­ch­er Prov­inzen, jedoch nach wie vor unter den Fit­tichen der por­tugiesis­chen Assis­tenz, erset­zt. Eine Son­der­rolle nah­men die franzö­sis­chen Jesuit­en ein: Sie kamen später im Rah­men der Siam- und Chi­na-Mis­sion nach Indi­en. Während die fer­nöstlichen Unternehmungen der Fran­zosen let­z­tendlich scheit­erten, betrieben die franzö­sis­chen Jesuit­en jedoch ihre Mis­sion­stätigkeit in Indi­en weit­er. Hier hat­ten sie 1689 ihre erste Mis­sion errichtet. Zen­trum der franzö­sis­chen Mis­sion wurde die Pro­cure in Pondicherry.

Den deutschsprachi­gen Jesuit­en war es erst seit Mitte des 17. Jahrhun­derts möglich, in die überseeis­chen Mis­sio­nen ihres Ordens zu gehen. Zuvor wollte man Jesuit­en ger­ade in den deutschen Gebi­eten auf­grund der gegen­re­for­ma­torischen Bestre­bun­gen nicht ent­behren. Hinzu kamen zudem die Auswirkun­gen des Dreißigjähri­gen Krieges, die eine Aus­reise erschw­erten. Im 18. Jahrhun­dert wur­den dann jedoch ver­mehrt Män­ner, die in den Orden strebten und auf­grund von Kapaz­ität­sprob­le­men in ihren Heimat­prov­inzen nicht aufgenom­men wer­den kon­nten, unmit­tel­bar in die überseeis­chen Mis­sio­nen entsandt. Hierunter waren viele aus der deutschen Orden­sas­sis­tenz, denen ein Wirken beispiel­sweise in Indi­en zu diesem Zeit­punkt als deut­lich attrak­tiv­er erschien als ihren por­tugiesis­chen Mit­brüdern.[v]

Dies geschah aus­gerech­net zu ein­er Zeit, als der Orden auch in Europa zunehmend an Rück­halt ver­lor. Im Laufe des 18. Jahrhun­derts nah­men nicht mehr auss­chließlich Protes­tanten am ein­flussre­ichen und prächtig-barock­en Auftreten der Gesellschaft Jesu Anstoß; nun set­zten sich vielmehr auch die Aufk­lär­er mit der alten Kirche kri­tisch auseinan­der, wobei beson­ders die Orden und ihre Reichtümer in die Kri­tik geri­eten. Sie soll­ten im Zuge der Franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion oder spätestens anschließend während der Säku­lar­i­sa­tion in Europa zu Beginn des 19. Jahrhun­derts durch die damit ver­bun­dene Aufhe­bung und Enteig­nung kirch­lich­er Insti­tu­tio­nen und Orden ihren Trib­ut entricht­en. Die Jesuit­en waren jedoch bere­its weitaus früher in diese desas­tröse Lage ger­at­en: Papst Clemens der XIV. ver­bot 1773 endgültig die Gesellschaft Jesu, die in Indi­en sog­ar bere­its seit 1759 nicht mehr agieren durfte. Das bedeutete, trotz einiger Über­leben­snis­chen, das Ende der alten oder ersten Gesellschaft Jesu und bee­in­flusste auch das Wirken des Ordens nach sein­er Wiederzu­las­sung 1814, dem Beginn der neuen Gesellschaft Jesu, nach­haltig. Im let­zten Vier­tel des 19. Jahrhun­derts war es der soge­nan­nte Kul­turkampf, die bis 1878 dauernde jahre­lange Auseinan­der­set­zung zwis­chen Kirche und Staat, der dem Ordensleben im Deutschen Reich erhe­blich zuset­zte, was die Mis­sion­stätigkeit deutsch­er Jesuit­en in Indi­en jedoch nicht grund­sät­zlich ein­schränk­te.[vi]

Quellen zu Jesuiten, die aus dem deutschen Sprachraum nach Indien kamen

Ungedruckte Quellen in den Archiven

Ignatius von Loy­ola ver­langte einen per­ma­nen­ten Briefwech­sel zwis­chen den einzel­nen Jesuit­en­häusern und den Prov­inzialen sowie zwis­chen den Prov­inzialen und der Zen­trale des Ordens in Rom. Dies bedeutete, dass die Mit­glieder der Gesellschaft – zur Freude der His­torik­er – im Ver­gle­ich zu Ange­höri­gen ander­er Orden wesentlich mehr Zeit damit ver­bracht­en, Berichte zu lesen und selb­st zu ver­fassen. Ursprünglich wurde ein monatlich­er Lage­bericht ver­langt, der alle vier Monate durch die Orden­sprov­inz zusam­menge­fasst und nach Rom gesendet wer­den sollte. Diese lateinisch abge­fassten Elab­o­rate, deren Zweck in der Infor­ma­tion, jedoch auch der Ermu­ti­gung und dem Ans­porn lag, ver­schick­te die Orden­szen­trale in Rom dann in Kopie an alle übri­gen Prov­inzen, die sie ihrer­seits an ihre Nieder­las­sun­gen weit­er­gaben.[vii]

Auch wenn die Inter­valle der Kor­re­spon­denz mit den überseeis­chen Mis­sion­s­ge­bi­eten naturgemäß lang waren, ermöglichte das Infor­ma­tions- und Kom­mu­nika­tion­snet­zw­erk der Jesuit­en bald regelmäßige und sys­tem­a­tis­che Berichter­stat­tung aus den fer­nen Län­dern. Zunächst ver­bre­it­eten die Jesuit­en beson­ders wichtige Briefe ordensin­tern durch Abschriften. Die geforderte vier­monatige Berichter­stat­tung erwies sich auf­grund der großen Dis­tanzen bald als nicht prak­tik­a­bel. Die Jesuit­en in Übersee mussten daher so häu­fig wie möglich, zumin­d­est jährlich, aus­führliche Berichte, die so genan­nten lit­ter­ae annu­ae, an den Ordens­gen­er­al senden und antworteten anson­sten so oft wie möglich auf Direk­tiv­en aus Rom.

In den Jahres­bericht­en, die von den Jesuit­en nach Rom geschickt wur­den, sollte jed­er Nieder­las­sung, so waren die Vor­gaben, ein eigenes Kapi­tel gewid­met wer­den, in dem die Mit­gliederzahlen und Aktiv­itäten peni­bel verze­ich­net wur­den. Inhalt der Jesuit­en­briefe waren außer­dem beson­dere Ereignisse und Entwick­lun­gen, die vor allem – aus Sicht der Soci­etas Jesu – mis­sion­ar­ische Erfolge betrafen, Schwierigkeit­en in den Mis­sion­ssta­tio­nen sowie kul­turelle oder poli­tis­che Gegeben­heit­en vor Ort dar­legten. So fan­den zum Beispiel die schwieri­gen Zustände in der Mal­abar-Prov­inz sofort ihren Nieder­schlag in der Berichter­stat­tung der Jesuit­en, denn der gebeutel­ten Prov­inz sollte finanzielle Unter­stützung aus den Heimat­ge­bi­eten zukom­men. Der mal­abarische Mis­sion­sproku­ra­tor da Cos­ta schilderte daher in einem Brief an den Gen­er­al, dass er eine Bet­tel­reise durch Deutsch­land plante, um für die Mis­sion Fre­unde und Gön­ner zu gewin­nen.[viii]

Außer­dem ver­fassten die Jesuit­en peri­odis­che per­sön­liche Berichte, die so genan­nten ersten und zweit­en Kat­a­loge, die die Supe­ri­ore mit biographis­chen Infor­ma­tio­nen über die Ordens­mit­glieder sowie Ein­schätzun­gen ihrer spir­ituellen, intellek­tuellen und physis­chen Fähigkeit­en ver­sa­hen. Dies kon­nte zu Erken­nt­nis­sen führen, die niemals nach außen drangen, beispiel­sweise das Zurück­senden eines Mis­sion­ars wegen Unfähigkeit. So wurde dem deutschen Jesuit­en Benedikt Freysleben das Unver­mö­gen attestiert, vor Ort Tamil zu ler­nen, eine Tat­sache, die im nach außen demon­stri­erten akademis­chen Selb­stver­ständ­nis des Ordens eigentlich nicht vorkom­men durfte. Damit bezüglich der wahren Hin­ter­gründe der Rück­kehr des Indi­en­mis­sion­ars nach Europa kein Ver­dacht aufkam, wurde der Jesuit zum Mis­sion­sproku­ra­tor ernan­nt, der in Europa wegen der großen finanziellen Not der Mal­abarprov­inz Spenden sam­meln sollte.[ix]

Zudem tauscht­en die Jesuit­en Briefe mit weit­eren Patres des Ordens aus, um möglichst viele und schnelle Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten. Beson­ders die Prov­inziale, zuweilen aber auch niedriger eingestufte Orden­sange­hörige, schrieben, wenn es ihnen ange­bracht und notwendig schien, auch unmit­tel­bar an derzeit­ige oder zu gewin­nende Wohltäter, wobei die per­sön­lichen Kon­tak­te und die geo­graphis­che Herkun­ft des Jesuit­en eine große Rolle spie­len kon­nten. Ins­beson­dere hochgestellte Wür­den­träger und Regen­ten kon­nten so direkt angeschrieben wer­den. Der rasche Auf­stieg des Ordens, der im 18. Jahrhun­dert über 20.000 Mit­glieder zählte, ver­größerte dieses Sys­tem schnell. Auch per­sön­liche Fre­unde inner­halb und außer­halb des Ordens und, wenn auch ursprünglich nicht gern gese­hen, Ver­wandte kon­nten Adres­sat­en sein, denen die Ver­hält­nisse vor Ort und das eigene Wirken unverblümter und inten­tion­slos­er geschildert wer­den kon­nte als den Orden­soberen. So berichtete Bern­hard Bischopinck seinen Schwest­ern in West­falen ein­drucksvoll über die drama­tis­che Sit­u­a­tion der kriegs­ge­beutel­ten Mal­abarprov­inz im Jahr 1741:

Alle unseren Einkün­ften seind in Fein­des Han­den. Einige unser­er Patres sind gefan­gen, einige seind geflüchtet in wäldern und bergen, alwoh sie unter den wilen thieren mehr sicher­heit gefun­den als unter den unmen­schlichen men­schen. Die Hol­län­der aus gele­gen­heit des Kriegs, den sie führen gegen den König von Tra­van­cor, haben viele Kirchen und häuser unser­er Patrum ver­brant oder niedergeschossen. […] Mit einem wort diese unsere Mal­abarische Prov­inz ist in höch­ster Gefahr gantz ver­lohren zu gehen, […] da auff men­schliche Hülff kön­nen wir gahr nichts oder wenig hof­fen.”[x]

Ein Stich, der das innere des Seminariums zu Goa samt Betenden, Unterweisenden und Lernenden zeigt.

Abb. 2: Das Sem­i­nar­i­um zu Goa, aus: Anton Eglauer, Die Mis­sion­s­geschichte später­er Zeit­en, Augs­burg 1795.

Kon­trär zur von ihm beschwore­nen Unter­gangsstim­mung schilderte er jedoch auch freimütig, dass seine eigene per­sön­liche Ver­sorgungslage ihn nicht hungern ließ: Er nahm täglich Milch und Reis zu sich, was ihm dur­chaus zusagte. Fern­er standen ihm ganzjährig junge Hüh­n­er und Eier zur Ver­fü­gung. Ob dieser Monot­o­nie des Speise­plans schien er sich zu bedauern.[xi] Ver­gle­icht man jedoch die Nahrungs­grund­lage des mal­abarischen Jesuit­en mit den Rech­nungs­büch­ern aus goane­sis­chen Besitzun­gen des Ordens, lässt sich fest­stellen, dass Bischopinck zumin­d­est in der Ausstat­tung mit nahrhaften Lebens­mit­teln nicht schlechter gestellt war als seine Ordens­brüder der reicheren Goa-Prov­inz in friedlicheren Zeit­en: Das große Kol­leg von Bom Jesus in Goa ver­fügte zum Ver­gle­ich im Feb­ru­ar des Jahres 1725 über 67 Hüh­n­er zum Verzehr,[xii] das Kol­leg in Rachol über 49 im Okto­ber 1724.[xiii]

Das für dama­lige Zeit­en außergewöhn­lich weitre­ichende und, wenn irgend möglich, eng getak­tete Infor­ma­tion­ssys­tem führte zu ein­er ein­er­seits dem Zen­tral­is­mus der Ordensstruk­tur entsprechen­den Über­liefer­ung im Orden­sarchiv in Rom, ander­er­seits zu ein­er weltweit ver­bre­it­eten, teils reich­halti­gen, Quel­len­lage. Trotz Ver­lus­ten existieren heute zahlre­iche unveröf­fentlichte Berichte von Jesuit­en in den Archiv­en, auch von und für Ordens­mit­glieder des deutschsprachi­gen Raums, die es erlauben, ihr Wirken zu rekon­stru­ieren und ihre Beobach­tun­gen als Quellen zu nutzen. Die fol­gende Episode der Jaipur-Mis­sion mag als Beispiel dienen:

Für die Gemein­de­mis­sion in Indi­en bracht­en Jesuit­en im 18. Jahrhun­dert, wie sie in ihren Briefen bericht­en, Gegen­stände von geringem materiellem Wert wie europäis­che Klei­der, Mess­er, Glasware und christliche Devo­tion­alien wie Rosenkränze aus ihren Heimat­prov­inzen mit.[xiv] Im Fall der Hofmis­sio­nen jedoch wurde von indis­chen Herrsch­ern meist gezielt tech­nis­ches Gerät und Unter­weisung durch Gelehrte gewün­scht. So trafen 1737 die Jesuit­en Anton Gabels­berg­er (ca.1700–1741) und Andreas Stro­bel (1703–1758) aus der oberdeutschen Prov­inz auf Ein­ladung und Kosten von Jai Singh II. (1686–1743), Raja von Jaipur, in Indi­en ein. Jai Singh inter­essierte sich beson­ders für Math­e­matik und Astronomie und ließ mehrere bedeu­tende Obser­va­to­rien ein­richt­en. Nach­dem sich zuvor für kurze Zeit franzö­sis­che Jesuit­e­nas­tronomen in Jaipur aufge­hal­ten hat­ten, hat­te Jai Singh die Por­tugiesen um weit­ere Unter­stützung durch math­e­ma­tisch gebildete Jesuit­en sowie um astronomis­che Instru­mente gebeten. Gabels­berg­er und Stro­bel ver­sprachen sich viel von dieser Ein­ladung, weil Jai Singh die Erlaub­nis zum Predi­gen gegeben und eine Kapelle hat­te ein­richt­en lassen. Nach­dem die bei­den Jesuit­en jedoch wegen dro­hen­der Kriegs­ge­fahr wesentlich länger als geplant in Goa ver­weilen mussten, erre­icht­en sie Jaipur erst im März 1740, wo sie mit weit­er­hin großem Inter­esse aufgenom­men wur­den. Stro­bel und Gabels­berg­er geri­eten bald in Schwierigkeit­en, da es ihnen nicht möglich gewe­sen war, Geschenke aus Deutsch­land mitzubrin­gen. Noch vor sein­er Abreise aus Europa hat­te Stro­bel von Por­tu­gal aus in mehreren Briefen nach Deutsch­land gebeten, dass man ihm diese Gegen­stände nach­senden möge. Er hat­te jedoch keine Antwort erhal­ten, obgle­ich die anste­hende Reise des Mit­brud­ers Stock­er von München nach Liss­abon die Möglichkeit geboten hätte, das Ver­langte mitzubrin­gen.[xv] Auch das von den Por­tugiesen und dem Raja erhoffte astronomis­che Gerät wurde nicht geliefert. Neben der Prob­lematik des in der Prax­is nicht immer rei­bungs­los ver­laufend­en jesuit­is­chen Briefverkehrs wer­den auch immer beschränk­tere Ressourcen in Liss­abon sowie in München der Grund gewe­sen sein, warum die bei­den Jesuit­en mit leeren Hän­den in ihre Mis­sion geschickt wurden.

Was Gabels­berg­er und Stro­bel eigentlich an Min­destausstat­tung, Reise­fi­nanzen und Mit­bringseln zu erwarten gehabt hät­ten, zeigen im Ver­gle­ich die Inventare zweier Jesuit­en, die in den 1730er Jahren in die Mal­abar-Prov­inz gesandt wur­den. Das erste Inven­tar stellt eine Auf­stel­lung von Büch­ern und wis­senschaftlichen Instru­menten dar, die die in München im Jahr 1736 abreisenden Indi­en­mis­sion­are mit­nehmen soll­ten.[xvi] Das zweite verze­ich­net die eher beschei­dene Aus­rüs­tung des oberdeutschen Jesuit­en­pa­ters Anton Huetlin, der über die Nieder­lande nach Mal­abar aus­reiste.[xvii] Die verze­ich­neten Büch­er waren zum Eigenbe­darf und für einen Jesuit­en unent­behrlich: zum Beispiel die Exerz­i­tien des Ignatius, die Orden­sregel und eine „Dis­ci­plin”. Fern­er sind Klei­dung, Schuhe, Schreibuten­silien, ein Kamm, Mess­er, eine Gabel und ein Löf­fel sowie eine Reisek­iste aufge­lis­tet. Die Klei­dung deck­te lediglich den Bedarf für die Reise. In Indi­en wur­den die Neuankömm­linge mit indis­ch­er Klei­dung aus­ges­tat­tet.[xvi­ii]

Gabels­berg­er und Stro­bel hät­ten außer­dem auch für den por­tugiesis­chen Vizekönig ein kost­bares Geschenk aus Europa mit­brin­gen sollen, das sie dann wiederum im Namen der Por­tugiesen dem Raja von Jaipur hät­ten über­re­ichen sollen. Der Raja näm­lich hat­te dem Vizekönig zuvor kost­bare Perlen zukom­men lassen. Auch diese Auf­gabe der bei­den Jesuit­en wurde nicht erfüllt, so dass sie dem Raja nur einige Flaschen teuren Weins aus den Vor­räten des Vizekönigs zu über­brin­gen ver­mocht­en[xix] – ein Ein­stieg in Jaipur, der ihre Mis­sion­sar­beit dort sicher­lich nicht erle­ichterte, jedoch nicht der einzige Ver­such blieb, wenig­stens die Wein­liefer­un­gen nach Jaipur zu unter­stützen: Der Raja hat­te einen anderen katholis­chen Orden, die Kapuzin­er in Surat, gebeten, mit Geld, das er ihnen zukom­men ließ, 500 Flaschen guten Weins bei den Nieder­län­dern zu kaufen. Nicht jedoch die Kapuzin­er soll­ten den Wein nach Jaipur brin­gen, son­dern die Jesuit­en Gabels­berg­er und Stro­bel, die Zugang zum Raja hat­ten. Die bei­den Jesuit­en kooperierten auf diese Weise nicht nur mit einem anderen katholis­chen Orden, son­dern auch indi­rekt mit den protes­tantis­chen Nieder­län­dern, denen sie und die ihnen grund­sät­zlich nicht wohlgeson­nen waren.[xx] Ein dur­chaus üblich­es Vorge­hen von Jesuit­en, die so weit­er ins Innere Indi­ens vorzu­drin­gen ver­mocht­en und sich erhofften, durch dieses ver­mit­tel­nde Vorge­hen ein hil­fre­ich­es Net­zw­erk aufzubauen.

Im deutschsprachi­gen Raum war, wie in anderen europäis­chen Län­dern auch, der Infor­ma­tions­be­darf über Indi­en groß, auch in wirtschaftlich­er Hin­sicht. Während die lutherischen Sach­sen sich durch Gewürzhändler informieren ließen, bedi­en­ten sich die katholis­chen Bay­ern früh neben Bericht­en von Händlern auch der Jesuit­en als Quelle.[xxi] In seinem Lebens­bericht beschreibt der Jesuit Mau­ritz Thoman den Han­del in Goa folgendermaßen:

Das Kom­merz in Goa ist größ­ten­theils in den Hän­den der heyd­nis­chen, und mahometanis­chen Asi­at­en. Den Por­tugiesen fehlt es entwed­er an Ein­sicht­en, oder, was glaublich­er ist, an baarem Gelde. Sie haben einige­mal, unter andern auch zu mein­er Zeit eine Hand­lungskom­pag­nie in Goa erricht­en wollen; die Sache geri­eth aber alle­mal ins Steck­en. Das Kom­merz kann auch aus der Ursache nicht floriren, weil allen frem­den Schif­f­en der Zugang versper­rt ist. Dem ungeachtet find­et man in Goa die schön­sten Waaren von allen vier Welt­theilen.”[xxii]

Als Resul­tat ihrer Infor­ma­tion­spoli­tik agierten die Jesuit­en häu­fig auch als Rat­ge­ber in ökonomis­chen Fra­gen. Zur Verbesserung der finanziellen Sit­u­a­tion der Mal­abar-Prov­inz, die durch die Eroberung der Hol­län­der großen Schaden erlit­ten habe, schlug Pater Franz Xaver Schieden­hofen zum Beispiel 1691 die Grün­dung ein­er por­tugiesis­chen Ostin­di­enge­sellschaft durch die por­tugiesis­che Kro­ne vor.[xxi­ii] Tat­säch­lich hat­te die Casa da India zwis­chen 1628 und 1633 mit Hil­fe ein­er solchen Han­dels­ge­sellschaft, der Com­pan­hia da India Ori­en­tal, agiert, doch der Kap­i­tal­man­gel hat­te diese Unternehmung schnell scheit­ern lassen.[xxiv] Schieden­hofens Vorschlag wurde zu sein­er Zeit nicht umge­set­zt. Mitte des 18. Jahrhun­derts kam es jedoch, wie Thoman erwäh­nte, zu ein­er erneuten Grün­dung ein­er por­tugiesis­chen Kom­panie, deren Schiffe die Jesuit­en für ihre Reisen nach Asien nutzten.[xxv]

Die aus der his­torischen deutschen Assis­tenz der Gesellschaft Jesu stam­menden Ordens­mit­glieder schrieben vor allem nach Rom und in ihre Heima­tor­den­sprov­inzen. Die Quellen zu Jesuit­en aus dem deutschsprachi­gen Raum in Indi­en befind­en sich daher ein­er­seits im römis­chen Zen­tralarchiv des Ordens, dem Archivum Romanum Soci­etatis Iesu,[xxvi] ander­er­seits in den jew­eili­gen Prov­inzialarchiv­en. Die geschilderten Beispiele zeigen, wie Quellen aus deutschen Archiv­en die Erken­nt­nisse aus zen­tralen Quellen in Rom ergänzen und maßge­blich erweit­ern können.

Die zunehmenden Zusam­men­le­gun­gen der deutschen Prov­inzen führten dazu, dass sich die dem Orden verbliebene Über­liefer­ung heute im Archivum Mona­cense Soci­etatis Jesu in München befind­et. Mit der Vere­ini­gung der bei­den bis dahin verbliebe­nen deutschen Jesuit­en­prov­inzen zum 31. Juli 2004 war die Zusam­men­führung der bei­den let­zten Prov­in­zarchive in Deutsch­land erfol­gt. Das Archiv der Nord­deutschen Prov­inz (ANPSJ ) hat­te sich zuvor in Köln befun­den, das der süd­deutschen Prov­inz bere­its am nun vere­in­ten Stan­dort in München.[xxvii] Dessen Zuständigkeit umfasst momen­tan die Orden­süber­liefer­ung vornehm­lich der neuen Gesellschaft Jesu ab 1814, die in den Zeit­en des Kul­turkampfes in eini­gen Regio­nen zuweilen nur auf schwieri­gen Wegen erhal­ten wer­den kon­nte.[xxvi­ii] Auch im Archiv der Öster­re­ichis­chen Prov­inz der Gesellschaft Jesu in Wien sind Orig­i­nale der alten Gesellschaft Jesu kaum zu find­en.[xxix] Das Archiv der Schweiz­er Prov­inz der Jesuit­en ent­stand erst im Jahre 1947 mit der Grün­dung ein­er unab­hängi­gen Schweiz­er Vizeprov­inz. Manche Schweiz­er Doku­mente befind­en sich daher auch im Archiv der Deutschen Prov­inz in München.[xxx] Eine Schweiz­er Beson­der­heit ist, dass alle Ordens­mit­glieder auf Beschluss der eid­genös­sis­chen Tagsatzung im Jahre 1847 das Land ver­lassen mussten. Die Bun­desver­fas­sung von 1848 enthielt dann ein Jesuit­en­ver­bot. Die Über­liefer­ung für Schweiz­er Indi­en­mis­sion­are ist daher für den Zeitraum vor 1947 in den jew­eili­gen kan­tonalen Archiv­en zu suchen. Ähn­lich ver­hält es sich mit Unter­la­gen der alten Gesellschaft Jesu in Deutsch­land, die nach dem Ordensver­bot 1773 und auch in Folge der anschließen­den Säku­lar­isierung in staatliche und kom­mu­nale Archive übergin­gen und heutzu­tage beispiel­sweise im Bay­erischen Haupt­staat­sarchiv in München[xxxi] zu find­en sind. In Indi­en sind Unter­la­gen über deutsche Jesuit­en eben­falls in Archive der öffentlichen Hand gelangt, beispiel­sweise sind sie im His­tor­i­cal Archives of Goa in Pana­ji zu find­en.[xxxii]

Gedruckte Quellen

Neben ihrem inter­nen Kom­mu­nika­tion­snetz war­ben die Mis­sion­are in Europa durch Pub­lika­tion ihrer Berichte öffentlich für ihr Anliegen.[xxxi­ii] Im 18. Jahrhun­dert fol­gten die Jesuit­en der Mode der immer beliebter wer­den­den Edi­tion von Bericht­en aus fer­nen Län­dern und began­nen, Briefe ihrer Ordens­mit­glieder in über­ar­beit­eter Form und über­set­zt in die jew­eilige Lan­dessprache der europäis­chen Ziel­gruppe in umfan­gre­ichen Samm­lun­gen her­auszugeben. So veröf­fentlicht­en der öster­re­ichis­che Jesuit Joseph Stöck­lein (1676–1733) und seine Nach­fol­ger zwis­chen 1726 und 1758 mit dem soge­nan­nten Welt-Bott[xxxiv] eine umfan­gre­iche Brief­samm­lung. Ein Schw­er­punkt des Welt-Bott sind die Berichte aus aller Welt von   Jesuit­en­mis­sion­aren, die der deutschen Assis­tenz entstammten. Die Berichte über Indi­en sind zeitlich zumeist in der ersten Hälfte des 18. Jahrhun­derts ange­siedelt. Selb­st nach dem generellen Ver­bot der Gesellschaft Jesu 1773 waren Veröf­fentlichun­gen über das Wirken der Jesuit­en in Asien möglich, um einen Beitrag zur „Natur- Län­der- und Völk­erkunde“ eben­so wie zur „christlichen Erbau­ung“ zu leis­ten: 1794 bis 1795 erschien in Augs­burg die „Mis­sion­s­geschichte später­er Zeit­en“ des Jesuit­en Anton Eglauer, deren erste drei Bände Briefe von Jesuit­en­mis­sion­aren des 16. Jahrhun­derts aus „Ostin­di­en“ präsen­tierten.[xxxv]

Die Über­liefer­ungslage für das Wirken deutsch­er Jesuit­en in Indi­en ist, zusam­men­fassend gesagt, gut. Gemäß der Struk­tur des Ordens befind­en sich viele Berichte im römis­chen Archiv des Ordens, fern­er in den Archiv­en der Adres­saten­prov­inzen. Im deutschsprachi­gen Raum befind­et sich die Über­liefer­ung zum Teil im Orden­sarchiv und durch die Ereignisse des Ordensver­bots von 1773 und die Säku­lar­i­sa­tion für die soge­nan­nte erste Gesellschaft Jesu vornehm­lich in staatlichen oder kom­mu­nalen Archiv­en. Die dama­lige Pub­lika­tion­stätigkeit des Ordens unter­stützte zudem die Über­liefer­ung viel­er Briefe. Trotz aller Sub­jek­tiv­ität und Loy­al­ität gegenüber dem Orden sowie trotz der deut­lichen römisch-katholis­chen mis­sion­ar­ischen Fär­bung ist der Quel­len­wert dieser Briefe hoch, auch, weil es den Jesuit­en in Südasien gelang, von Orten im Innern Indi­ens zu bericht­en, die anderen Europäern nicht zugänglich waren. Berichte der Ordens­mit­glieder, die zusät­zlich zu den Briefen ent­standen, unter­stützen diese Über­liefer­ung erhe­blich: Sie fokussieren bes­timmte The­men genauer, wie beispiel­sweise Leben und Bräuche in ein­er Gegend, die Erleb­nisse ein­er wichti­gen Mis­sion­sex­pe­di­tion oder die Geschichte eines Kol­legs oder ein­er Mis­sion­ssta­tion, und sind, da vor Ort geschrieben, von großer Aus­sagekraft.[xxxvi] Dabei kommt den Jesuit­en aus der deutschen Assis­tenz eine dur­chaus beson­dere Rolle zu. Sie durften zumeist erst seit dem 18. Jahrhun­dert nach Indi­en reisen, und so zeich­neten sich ihre Berichte durch eine aus­führliche Berichter­stat­tung und einen staunen­den Blick für die Ver­hält­nisse vor Ort aus. Hinzu kommt, dass sie Adres­sat­en im deutschsprachi­gen Raum, die mit Berichter­stat­tung aus Indi­en weniger ver­traut waren als beispiel­sweise Por­tugiesen, aus­führlich zu informieren wün­scht­en, ohne bere­its Bekan­ntes oder Kri­tis­ches über Por­tugiesen, Englän­der, Nieder­län­der und/oder indis­che Mächte aus Loy­al­ität ausklam­mern zu müssen.

Archive und Bestände im deutschsprachigen Raum

Der zen­tral­is­tis­chen Ordensstruk­tur geschuldet, ist ein Arbeit­en über Jesuit­en, auch über die aus dem deutschsprachi­gen Raum, mit den Bestän­den des Archivum Romanum Soci­etatis Jesu (ARSI) in Rom unab­d­ing­bar. In gerin­gerem Umfang kön­nen dor­tige Unter­la­gen als Kopie auch in Archiv­en im deutschsprachi­gen Raum gefun­den wer­den. Fern­er sind Archive in Indi­en und Por­tu­gal zu benen­nen wie das His­tor­i­cal Archives of Goa (HAG), Pana­ji, Indi­en, das Arqui­vo Nacional Torre do Tombo (TT), Liss­abon und das Arqui­vo Históri­co Ultra­mari­no (AHU) in Lissabon.

Wichtig­stes Archiv in Deutsch­land ist das Prov­in­zarchiv Archivum Mona­cense Soci­etatis Jesu, Stan­dort München (AMSJ). Beson­ders der Nach­lass von Anton Huon­der SJ bietet eine Vielzahl von zusam­menge­tra­ge­nen Quellen in Abschrift. Im fol­gen­den wer­den hier zuvor erwäh­nte Archiva­lien beispiel­haft zitiert.

  • João da Cos­ta SJ, an Stephan Joseph Brem­mer SJ, Liss­abon, Mai 1697, Arch. Prov. Belg. Brux., copy in Archivum Monas­tense Soci­etatis Jesu (AMSJ), Apt. 47 (Huon­der) XII, 2, a), 1.
  • Mal­abarisch­er Mis­sion­sproku­ra­tor, an den Ordens­gen­er­al, ohne Datum und Ort, Bay­erische Staats­bib­lio­thek, München, clm 26472, zitiert nach: AMSJ, Abt. 47 (Huon­der), XII, II, 2.
  • Andreas Stro­bel SJ, Major­da 17.1.1738, ARSI Goa 36/I, Archiv des Erzbis­tums München Freis­ing (AEM), München, Con­sis­toral Arch. Deutinger 12710 a‑h, dort nicht auffind­bar, zitiert nach: AMSJ, Huon­der (47) XIII, V.6, S. 91.
  • Franz Xaver Schieden­hofen SJ, Brief vom Sep­tem­ber 1691, ARSI, Jap. Sin. 37, 119r-153v; Kopie: AMSJ, Abt. 47 (Huon­der), XII, III. 9a.
  • Bern­hard Bischopinck SJ, Ambal­akad, Okto­ber 1741, ehe­mals ANPSJ, Apt. 0 II 12.

Weit­ere Orden­sarchive im deutschsprachi­gen Raum sind das Archivi­um Provin­ci­ae Aus­tri­ae Soci­etatis Iesu, Stan­dort Wien und das Archiv der Schweiz­er Prov­inz der Jesuit­en, Stan­dort Zürich. Fern­er befind­en sich zahlre­iche Jesuit­enbestände in staatlichen und kom­mu­nalen Archiv­en. In diesen kön­nen sich eben­falls Hin­weise auf deutsche Jesuit­en, die nach Indi­en gin­gen, find­en. Beispiel­sweise im Bay­erischen Haupt­staat­sarchiv in München (HSTAM):

  • HSTAM, Jesuit­i­ca 579/10, Aus­gaben in Genere, et in Specie, für die 5 Mision­ar­ios in Indi­en, […] Fran. Xav. Weiss, Joseph Tief­fen­thaler, und Melch. Strass­er, den […] Georg Laut­ner und Simon Schön­herr, […] aus der oberdeutschen Prov­inz, den 10. Octob. von München [.…] abgan­gen sind anno 1740.
  • Emp­ti Lib­ri pro Mis­sion­ari­is Indi­is Anno 1736, HSTAM, Jesuit­i­ca 579/9.
  • Liste der Aus­rüs­tung von Pater Father Anton Huetlin SJ 1730, HSTAM, Jesuit­i­ca 579/8.

Endnoten

[i] Aus­führlich zur Geschichte des Ordens:

Friedrich, Markus, Die Jesuit­en. Auf­stieg, Nieder­gang und Neube­ginn. München, Berlin, Zürich: Piper, 2016.

Sievenich, Michael, „Die Mis­sion und die Mis­sio­nen der Gesellschaft Jesu“. In: Johannes Meier (Hg.) Sendung – Eroberung- Begeg­nung. Franz Xaver, die Gesellschaft Jesu und die katholis­che Weltkirche im Zeital­ter des Barock. Stu­di­en zur Außereu­ropäis­chen Chris­ten­tums­geschichte (Asien, Afri­ka, Lateinameri­ka):  Bd. 8. Wies­baden: Har­ras­sowitz, 2005, S. 7–30.

Switek, Gün­ter, „Jesuit­en“. In: Lexikon für The­olo­gie und Kirche, Bd. 5, 3. Auflage. Freiburg: Herder, 1996, S. 794–800.

Aus­führlich­er zum his­torischen Hin­ter­grund der Jesuit­en in Indien:

Led­er­le, Julia, Mis­sion und Ökonomie der Jesuit­en in Indi­en. Inter­mediäres Han­deln am Beispiel der Mal­abar-Prov­inz im 18. Jahrhun­dert. Wies­baden: Har­ras­sowitz, 2009.

[ii] Alden, Dau­ril, The Mak­ing of an Enter­prise. The Soci­ety of Jesus in Por­tu­gal, Its Empire, and Beyond 1540–1750. Stan­ford: Stan­ford Uni­ver­si­ty Press, 1996, S. 229.

[iii] Prakashchan­dra P. Shi­rod­kar, The Role of Jesuits as reflect­ed in Goa Archives, (ed. P. P. Shi­rod­kar), Vol. II. Jaipur: Jaipur Papers, 1998, S. 98–110, hier: S. 99.

[iv] João da Cos­ta SJ, an Stephan Joseph Brem­mer SJ, Liss­abon, 20. Mai 1697, Arch. Prov. Belg. Brux., copy in Archivum Monas­tense Soci­etatis Jesu (AMSJ), Apt. 47 (Huon­der) XII, 2, a), 1.

[v] Bern­hard SJ, Deutsche Aus­landssehn­sucht im achtzehn­ten Jahrhun­dert. Aus der überseeis­chen Mis­sion­sar­beit deutsch­er Jesuit­en, Schriften des deutschen Aus­landsin­sti­tuts Stuttgart, A. Kul­turhis­torische Rei­he: Bd. 20. Stuttgart: Aus­land und Heimat, 1928, S. 12.

[vi] Zum Wirken der deutschen Jesuit­en in Indien:

Väth, Alfons SJ, Die deutschen Jesuit­en in Indi­en. Geschichte der Mis­sion von Bom­bay-Puna (1854 – 1920). Regens­burg: Jos. Kösel & Friedrich Pustet, 1920.

[vii] Oswald, Julius SJ, „Die Jahres­berichte nach Rom“. In: Joachim Wild, Andrea Schwarz und Julius Oswald SJ, Die Jesuit­en in Bay­ern 1549–1773. Ausstel­lung des Bay­erischen Haupt­staat­sarchivs und der Oberdeutschen Prov­inz der Gesellschaft Jesu, Ausstel­lungskat­a­loge der Staatlichen Archive Bay­erns. Weißen­horn: Anton H. Kon­rad, 1991, S. 26–27, hier: S. 26.

[viii] Mal­abarisch­er Mis­sion­sproku­ra­tor, an den Ordens­gen­er­al, ohne Datum und Ort, Bayrische Staats­bib­lio­thek, München, clm 26472, zitiert nach: AMSJ, Abt. 47 (Huon­der), XII, II, 2.

[ix] Hierony­mus Tellez SJ, Meli­a­por an Gen­er­al Michelan­ge­lo Tam­buri­ni über P. Benedikt Freysleben, 16.10.1710, ARSI, GOA 20, 73r‑v.

[x] Bern­hard Bischopinck SJ, Ambal­akad, 12. Okto­ber 1741, ANPSJ, Apt. 0 II 12, 15², 3r-3v.

[xi] Bern­hard Bischopinck SJ, Ambal­akad, 12. Okto­ber 1741, ANPSJ, Apt. 0 II 12, 15²,7v.

[xii] Recei­ta e despeza do Colé­gio do Bom Jesús, 1724–1736, in HAG 2098, fol. 4r.

[xiii] Livro da recei­ta e despeza do Colé­gio de S. Ina­cio de Rachol, 1724–1730, in HAG 2048, fol 1r.

[xiv] Augustin Strobach SJ, Welt-Bott Nr. 5, S. 7; Pierre Mar­tin SJ, aus Cami­an-Naikan-Pat­ty in Madu­ra an Charles le Gob­i­en SJ, Welt-Bott, I, 3, Nr. 73, S. 41.

[xv] Vgl. Andreas Stro­bel SJ, Surat, 5. Dezem­ber 1738, S. 8.

[xvi] Emp­ti Lib­ri pro Mis­sion­ari­is Indi­is Anno 1736, HSTAM, Jesuit­i­ca 579/9.

[xvii] Liste der Aus­rüs­tung von Pater Father Anton Huetlin SJ 1730, HSTAM, Jesuit­i­ca 579/8.

[xvi­ii] Plat­tner, Felix Alfred SJ, Pfef­fer und See­len. Die Ent­deck­ung des See- und Landweges nach Asien. Zürich, Köln: Ben­ziger, 1955, S. 45.

[xix] Vgl. ebd., S. 8.

[xx] Vgl. Andreas Stro­bel SJ, Surat, 5. Dezem­ber 1738, S. 5.

[xxi] Don­ald F. Lach, Asia, Vol II., 1, S. 24–25. Über den “Kaf­fern­han­del” berichtet beispiel­sweise: Andreas Stro­bel SJ, Major­da 17.1.1738, ARSI Goa 36/I, AEM München, Con­sis­toral Arch. Deutinger) 12710 a‑h, dort nicht auffind­bar, zitiert nach: AMSJ, Huon­der (47) XIII, V.6) S. 91.

[xxii] Thoman, Mau­ritz, Ehe­ma­li­gen Jesuit­ens und Mis­sion­ars in Asien und Afri­ka, Reise und Lebens­beschrei­bung. Von ihm selb­st ver­fas­set. Augs­burg: Matthäus Riegers sel. Söh­nen, 1788. S. 78.

[xxi­ii] Franz Xaver Schieden­hofen SJ, Brief vom Sep­tem­ber 1691, ARSI, Jap. Sin. 37, 119r-153v; Kopie: AMSJ, Abt. 47 (Huon­der), XII, III. 9a.

[xxiv] Piet C. Emmer u.a. (Hgs.), Wirtschaft und Han­del der Kolo­nial­re­iche, Doku­mente zur Geschichte der europäis­chen Expan­sion, Vol. 4. München: Beck, 1988, S.151.

Dis­ney, A. R., „The First Por­tuguese India Com­pa­ny, 1628–33”. The Eco­nom­ic His­to­ry Review, Sec­ond Series, Vol. XXX (1977): S. 242–258.

[xxv] Schurham­mer SJ Georg, „Die Schätze der Jesuit­e­nar­chive in Macao und Peking“. Die katholis­chen Mis­sio­nen, 57 (1929): S. 224.

[xxvi] Beispiel­sweise ARSI, Goa 20, Hierony­mus Tellez SJ, aus Myla­pore an Gen­er­al Michelan­ge­lo Tam­buri­ni SJ über P. Benedikt Freysleben SJ, 30.09.1710, 72r.

[xxvii] Am 27. April 2021 wur­den die bish­erige Deutsche, Schweiz­er, Öster­re­ichis­che und Litauis­che Prov­inz zur Zen­traleu­ropäis­chen Jesuit­en­prov­inz zusam­men­gelegt. Jesuit­en in Zen­traleu­ropa, aus vier wird eins, 30.04.2021, https://www.jesuiten.org/news/aus-vier-wird-eins, (Stand: Feb­ru­ar 2021); Jesuit­en in Zen­traleu­ropa, News, Neue Prov­inz, 30.04.2021, https://www.jesuiten.org/news/neue-provinz-petrus-canisius-motiviert-uns, (Stand: April 2021).

[xxvi­ii] Jesuit­en in Zen­traleu­ropa, Neue Home­page für neue Prov­inz, 26.04.2021, https://www.jesuiten.org/wer-wir-sind/aus-den-archiven/provinzarchiv. (Stand: April 2021).

[xxix] Archivi­um Provin­ci­ae Aus­tri­ae Soci­etatis Jesu (AASI), https://www.jesuiten.org/wer-wir-sind/aus-den-archiven/provinzarchiv-wien. (Stand: 17.09.2021).

[xxx] Jesuit­en­bib­lio­thek Zürich, Prov­in­zarchiv, 22.02.2021, h‌ttps‌:/‌‌/‌‌‌‌‌www.‌jesuiten‌bibliothek.ch/‌‌provinzarchiv. html. (Stand: Feb­ru­ar 2021).

[xxxi] Beispiel­sweise HSTAM, Jesuit­i­ca 579/10, Aus­gaben in Genere, et in Specie, für die 5 Mision­ar­ios in Indi­en, […] Fran. Xav. Weiss, Joseph Tief­fen­thaler, und Melch. Strass­er, den […] Georg Laut­ner und Simon Schön­herr, […] aus der oberdeutschen Prov­inz, den 10. Octob. von München […] abgan­gen sind anno 1740.

[xxxii] Beispiel­sweise HAG 2094, Despeza do P. Mauri­cio Thoman, in: Recei­ta e despeza dos jesuitas, 1754–1758.

[xxxi­ii] Aus­führlich­er zu den Pub­lika­tio­nen in Europa: Led­er­le, Julia: „Dank seye dem mächti­gen Indi­an­er­a­pos­tel heili­gen Fran­cis­co Xave­rio, unter dessen Schutz und Hülf ich das so sehn­lich gewün­schte Indi­en endlich erre­ichet!“ — Zur Bedeu­tung Franz Xavers in den Briefen deutsch­er Jesuit­en des 18. Jahrhun­derts. Franz Xaver- Patron der Mis­sio­nen. Festschrift zum 450. Todestag, Rita Haub und Julius Oswald (Hgs.) Jesuit­i­ca. Quellen und Stu­di­en zu Geschichte, Kun­st und Lit­er­atur der Gesellschaft Jesu im deutschsprachi­gen Raum: Bd. 4. Regens­burg: Schnell und Stein­er, 2002, S. 182–199.

[xxxiv] Stöck­lein, Joseph SJ, Der Neue Welt=Bott mit aller­hand Nachricht­en dern Mis­sion­ar­i­um Soc. Jesu. Aller­hand so Lehr= als Geist=reiche Brieff, Schrifften und Reise=Beschreibungen, welche von denen Mis­sion­ari­is der Gesellschaft JESU aus den Bey­den Indi­en, und anderen über Meer gele­ge­nen Län­dern, meis­ten­theils von 1730. Bis 1740. In Europa ange­langt seyn. Jet­zt zum ersten­mal theils aus Hand=schrifftlichen Urkun­den, theils aus denen Französichen Let­tres Edi­fi­antes ver­teutscht und zusam­menge­tra­gen von Joseph Stöck­lein, gedachter Soci­etät Jesu Priester, Bände 1–3, Bände 4–5, P. Propst / Franz Keller (Hg.), (Augs­burg und Graz: Philips, Mar­tins, und Joh. Vei­th seel. Erben 1726 – 1758).

[xxxv] Eglauer, Anton SJ, Die Mis­sion­s­geschichte später­er Zeit­en, oder gesam­melte Briefe der katholis­chen Mis­sion­are aus allen Theilen der Welt. Ein wichtiger Beitrag zur Natur= Län­der= und Völk­erkunde, vorzüglich aber zur christlichen Erbau­ung. Der Briefe aus Ostin­di­en Erster Theil, 1548–1556. Augs­burg: Nico­laus Doll, 1794; Zweyter Theil, 1556–1580. Augs­burg: Nico­laus Doll, 1795; Drit­ter Theil, 1581–1599. Augs­burg: Nico­laus Doll, 1795.

[xxxvi] Cor­reia-Afon­so, John SJ, Indo-Por­tuguese His­to­ry in Jesuit Archives. Sources of the His­to­ry of India, Vol. I. Cal­cut­ta: Insti­tute of His­tor­i­cal Stud­ies, 1978, S. 532.

Gedruckte deutschsprachige Quellen (in Auswahl und teilweise übersetzt)

Anton Eglauer SJ, Die Mis­sion­s­geschichte später­er Zeit­en, oder gesam­melte Briefe der katholis­chen Mis­sion­are aus allen Theilen der Welt. Ein wichtiger Beitrag zur Natur= Län­der= und Völk­erkunde, vorzüglich aber zur christlichen Erbau­ung. Der Briefe aus Ostin­di­en Erster Theil, 1548–1556. Augs­burg: Nico­laus Doll ‚1794; Zweyter Theil, 1556–1580. Augs­burg: Nico­laus Doll, 1795; Drit­ter Theil, 1581–1599. Augs­burg: Nico­laus Doll, 1795.

Joseph Stöck­lein SJ, Der Neue Welt=Bott mit aller­hand Nachricht­en dern Mis­sion­ar­i­um Soc. Jesu. Aller­hand so Lehr= als Geist=reiche Brieff, Schrifften und Reise=Beschreibungen, welche von denen Mis­sion­ari­is der Gesellschaft JESU aus den Bey­den Indi­en, und anderen über Meer gele­ge­nen Län­dern, meis­ten­theils von 1730. Bis 1740. In Europa ange­langt seyn. Jet­zt zum ersten­mal theils aus Hand=schrifftlichen Urkun­den, theils aus denen Französichen Let­tres Edi­fi­antes ver­teutscht und zusam­menge­tra­gen von Joseph Stöck­lein, gedachter Soci­etät Jesu Priester, Bände 1–3. Augs­burg und Graz: 1727–1736; Bände 4–5. P. Propst / Franz Keller (Hg.) Wien: 1748–1758. Als Dig­i­tal­isat: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/stoecklein1726bd1/0006

Mau­ritz Thoman, Ehe­ma­li­gen Jesuit­ens und Mis­sion­ars in Asien und Afri­ka, Reise- und Lebens­beschrei­bung. Von ihm selb­st ver­fas­set. Augs­burg: 1788.

Weiterführende Literatur (in Auswahl)

Alden, Dau­ril, The Mak­ing of an Enter­prise. The Soci­ety of Jesus in Por­tu­gal, Its Empire, and Beyond 1540–1750. Stan­ford: Stan­ford Uni­ver­si­ty Press, 1996.

Cor­reia-Afon­so, John SJ, Indo-Por­tuguese His­to­ry in Jesuit Archives, Sources of the His­to­ry of India, Vol. I. Cal­cut­ta: Insti­tute of His­tor­i­cal Stud­ies, 1978.

Duhr, Bern­hard SJ, Deutsche Aus­landssehn­sucht im achtzehn­ten Jahrhun­dert. Aus der überseeis­chen Mis­sion­sar­beit deutsch­er Jesuit­en. Schriften des deutschen Aus­landsin­sti­tuts Stuttgart. A. Kul­turhis­torische Rei­he: Bd. 20. Stuttgart: Aus­land und Heimat, 1928, S. 12.

Friedrich, Markus, Die Jesuit­en. Auf­stieg, Nieder­gang und Neube­ginn. München, Berlin, Zürich:  Piper, 2016.

Led­er­le, Julia, Mis­sion und Ökonomie der Jesuit­en in Indi­en. Inter­mediäres Han­deln am Beispiel der Mal­abar-Prov­inz im 18. Jahrhun­dert. Wies­baden: Har­ras­sowitz 2009.

Oswald, Julius SJ, „Die Jahres­berichte nach Rom“. In: Joachim Wild, Andrea Schwarz und Julius Oswald SJ (Hg.) Die Jesuit­en in Bay­ern 1549–1773. Ausstel­lung des Bay­erischen Haupt­staat­sarchivs und der Oberdeutschen Prov­inz der Gesellschaft Jesu, Ausstel­lungskat­a­loge der Staatlichen Archive Bay­erns. München: Gen­eraldirek­tion der Staatlichen Archive Bay­erns, 1991, S. 26–27.

Sievenich, Michael, „Die Mis­sion und die Mis­sio­nen der Gesellschaft Jesu“. In: Johannes Meier (Hg.) Sendung – Eroberung — Begeg­nung. Franz Xaver, die Gesellschaft Jesu und die katholis­che Weltkirche im Zeital­ter des Barock. Stu­di­en zur Außereu­ropäis­chen Chris­ten­tums­geschichte (Asien, Afri­ka, Lateinameri­ka): Bd. 8. Wies­baden: Har­ras­sowitz, 2005, S. 7–30.

Switek, Gün­ter, „Jesuit­en“. In: Lexikon für The­olo­gie und Kirche, Bd. 5, 3. Auflage. Freiburg: Herder, 1996, S. 794–800.

Väth, Alfons SJ, Die deutschen Jesuit­en in Indi­en. Geschichte der Mis­sion von Bom­bay-Puna (1854 – 1920). Regens­burg: Jos. Kösel & Friedrich Pustet, 1920.

Julia Led­er­le-Wint­gens, Stadtarchiv Düs­sel­dorf