Lecture: “Indien” und “Deutschland” im späten 19. und 20. Jahrhundert — Verflechtungen in Politik, Wirtschaft und Geistesgeschichte (Universität Göttingen) (WiSe 2016–17)


Das Sem­i­nar beschäftigt sich mit den vielfälti­gen Aus­tauschbeziehun­gen zwis­chen den deutsch-sprachi­gen Teilen Europas und dem indis­chen Sub­kon­ti­nent im späten 19. sowie im ersten Drit­tel des 20. Jh. Zur Zeit des Kaiser­re­ich­es sowie der Weimar­er Repub­lik entwick­el­ten sich ein­er­seits Han­dels­beziehun­gen zwis­chen Indi­en und Deutsch­land, andr­er­seits bestand ein poli­tis­ches Inter­esse an Indi­en als wichtig­ster britis­ch­er Kolonie; sowie auf Seit­en indis­ch­er Kreise, an Deutsch­land als europäis­chem Gegen­spiel­er Großbri­tan­niens. Im Bere­ich der Geis­tes­geschichte kam es neben der akademis­chen Auseinan­der­set­zung der “Indolo­gie” mit Kul­tur, Philoso­phie und Reli­gion vor­wiegend des “alten Indi­en” auch zu ein­er Rezep­tion indis­ch­er Konzepte durch deutsche Theosophen und Bud­dhis­ten (und später durch diese bee­in­flusste Alter­na­tivkul­turen der Weimar­er Zeit), die oft eigene Indi­ener­fahrun­gen hat­ten und im Aus­tausch mit indis­chen Kreisen standen. Diese wiederum hat­ten ein­er­seits europäis­che Ansicht­en bez. indis­ch­er Reli­gion und Philoso­phie rezip­iert, prägten sie gle­ichzeit­ig aber auch, wobei sie sich ein eigenes Bild von “Europa” oder dem “West­en” macht­en. Weit­ere Bere­iche, in denen diese Ver­flech­tun­gen wirk­sam waren, sind etwa Kun­st (Lit­er­atur, Malerei, Film) und die Wis­senschaften von Psy­cholo­gie bis Atom­physik. 
Anhand dieser Aus­tauschbeziehun­gen wer­den wir Prozesse gegen­seit­iger Ein­flussnahme, sowie die Erzeu­gung spez­i­fis­ch­er Indi­en­bilder in “Deutsch­land” bzw. Vorstel­lun­gen vom “West­en” in indis­chen Kreisen disku­tieren.

Das Tuto­ri­um wird als 3‑tägige Exkur­sion ange­boten. Deutsche Archive beherber­gen oft­mals umfan­gre­iche Mate­ri­alien mit Bezug auf Indi­en, die in sehr unter­schiedlichen Bestän­den verze­ich­net sind. Im Zuge der Exkur­sion wer­den wir anhand aus­gewählter Archive konkrete Samm­lungsstruk­turen für indi­en­rel­e­vante Bestände in unter­schiedlichen Archiv­typen erar­beit­en. Die Teilnehmer/innen wer­den des Weit­eren selb­st­ständig mit den Bestän­den und Quellen arbeit­en. Der Ter­min für die Exkur­sion wird rechtzeit­ig bekan­nt gegeben. Neben der Exkur­sion sind 3 Vor­bere­itungssitzun­gen ange­set­zt, in denen wir u. A. eine Ein­führung in die Kan­zleis­chrift anbi­eten, sowie eine Sitzung zur Nach­bere­itung geplant.
Da das Tuto­ri­um für ein deutsches sowie ein englisch-sprachiges Sem­i­nar ange­boten wird, beste­ht die Möglichkeit, sich auch im Tuto­ri­um in englis­ch­er Sprache zu beteili­gen bzw. bieten wir unser­er­seits an, die Infor­ma­tio­nen bei Bedarf auch in Englisch zu ver­mit­teln.

Instruc­tors: Dr. Anna Sail­er und Dr. Mar­tin Christof-Füch­sle.

Orga­niz­er: Cen­tre for Mod­ern Indi­an Stud­ies, Georg-August-Uni­ver­sität Göt­tin­gen.

Dates:

  • Sem­i­nar: Dien­stags, wöchentlich vom 18.10.2016  bis
    03.02.2017, 14:00 bis 16:00 Uhr. (Ver­anstal­tung­sort: Wald­weg 26, Alt­bau — PIZ 4484 — 3.113)
  • Tuto­ri­um: Fre­itags, am 21.10.2016, 02.12.2016 und 09.12.2016 von 10:00 bis 12:00 Uhr. (Ver­anstal­tung­sort: Wald­weg 26, Alt­bau — PIZ 4484 — 0.702)