DAS MODERNE INDIEN IN DEUTSCHEN ARCHIVEN 1706-1989

Von der DFG gefördertes Langfristprogramm

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Mida

Das moderne Indien in deutschen Archiven

Arbeitsschwerpunkte

Neben ihrem aktuellen Interesse für die Geschichte Deutsch-Indischer Bezüge (insbesondere DDR-Indien) widmet sie sich weiterhin auch den Themen der politischen Rethorik, des indischen Säkularismus und der neoliberalen Reformer, sowie den methodologischen Fragestellungen der Critical Discourse Analysis, der Digital Humanities und der Indien-bezogenen postkolonialen Studien.

 

Anandita Bajpai studierte Politikwissenschaft in Neu-Delhi (Delhi University) und Global Studies in Leipzig und Wien (MA, 2008). Ihre Dissertation ‘Speaking the Nation: (E)merging faces of secularism and the neo-liberal economic reforms in the rhetoric of India’s Prime Ministers since 1991’ (Universität Leipzig, 2014) erscheint 2017 bei Oxford University Press, New Delhi. Darin analysiert sie, wie der indische Staat sich nach der formalen Einführung der neo-liberalen Reformen von 1991 national und international „re-profiliert“ und diskursiv neu ausgerichtet hat. Wie ist die paradigmatische volkswirtschaftliche Wende Indiens hin zu einer neo-liberalen Marktwirtschaft der indischen Bevölkerung erklärt worden? Wie haben Indiens Premierminister zugleich versucht, im Zuge inter-religiöser Gewalt die „Säkularität“, und damit die politische und kulturelle Sicherheit und Stabilität des Standorts Indien diskursiv zuzusichern, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene? Während die Studie das gesprochene, politische Wort als bislang ignoriertes Untersuchungsmaterial in den Mittelpunkt stellt, wirft sie gleichzeitig neues Licht auf zwei nicht unbekannte Themen indischer Politikgeschichte: Säkularität und Marktliberalisierung. Auf der Grundlage von 1313 untersuchten Reden zeigt die Autorin, wie die politischen Führer der weltgrößten Demokratie seit 1991 ihre Bevölkerung mit einem altbekannten kulturellen Repertoire indischer Politrethorik so zu überzeugen und zu durchdringen wussten, dass gar radikalster Wandel als Teil einer uralten Kontinuität erscheint, scheinbar gänzlich ungeachtet der Nüchternheit der neuen technokratischen Wirklichkeiten.