Die Südasienbestände im Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine

Überreste eines Gebäudes mit einigen Bäumen im Hintergrund. Besondere Merkmale der Ruine sind eine Glocke sowie eine Gedenktafel.

Table of Con­tents: His­to­ri­scher Hin­ter­grund | Die Mis­si­on | Süd­asi­en­be­stän­de | Lite­ra­tur in Aus­wahl, Find- und Hilfsmittel

Historischer Hintergrund

Die his­to­ri­schen Wur­zeln der Glau­bens­be­we­gung der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne (oder Brü­der-Unität bzw. Unitas Fra­t­rum) lie­gen in der Böh­mi­schen Refor­ma­ti­on rund um den Pre­di­ger Jan Hus im 15./16. Jahr­hun­dert und den Hus­si­ten. Die Geschich­te die­ser sich über das Urchris­ten­tum defi­nie­ren­den Böh­mi­schen Brü­der war geprägt von Abspal­tun­gen und Ver­fol­gun­gen vor allem wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges 1618–1648. Ihre Nach­fol­ger fan­den 1722 als mäh­ri­sche Exu­lan­ten Zuflucht vor habs­bur­gi­scher Unter­drü­ckung bei Niko­laus Lud­wig Graf von Zin­zen­dorf (1700–1760) nahe sei­nes Schlos­ses Bert­hels­dorf in der Ober­lau­sitz. Der kur­säch­si­sche Hof- und Jus­tiz­rat Zin­zen­dorf war fami­li­är wie auch als Schü­ler an den Francke­schen Stif­tun­gen in Hal­le an der Saa­le pie­tis­tisch sozia­li­siert.  Er wur­de zu einem ent­schei­den­den Prot­ago­nis­ten der Wie­der­be­le­bung der Glau­bens­be­we­gung, nicht zuletzt, weil er den Brü­dern den Platz für ihre Sied­lung, den spä­te­ren Gemein­ort Herrn­hut am Hut­berg bei Bert­hels­dorf, zur Ver­fü­gung stellte.

Die Mission

Zin­zen­dorf hat­te sich schon früh für die Mis­si­on inter­es­siert und sich auch mit der Dänisch-Hal­le­schen Indi­en­mis­si­on rund um deren ers­ten Mis­sio­nar Bar­tho­lo­mä­us Zie­gen­balg beschäf­tigt. Über sei­ne Ver­wandt­schaft zur däni­schen Köni­gin Sophie Mag­da­le­ne von Bran­den­burg-Kulm­bach (1700–1770) besaß Zin­zen­dorf zudem Kon­tak­te zum däni­schen Königs­haus und besuch­te 1731 die Krö­nung Chris­ti­an VI. in Kopen­ha­gen. Dort traf er auf Anton, einen soge­nann­ten „Kam­mer­moh­ren“, der für einen der Direk­to­ren der sich unter ande­rem im Skla­ven­han­del betä­ti­gen­den Dänisch-West­in­di­schen Han­dels­kom­pa­nie arbei­te­te. Der von St. Tho­mas, einer der kari­bi­schen Jung­fern­in­seln, stam­men­de Anton reis­te zusam­men mit Zin­zen­dorf nach Herrn­hut und berich­te­te von den Nöten der Skla­ven in der Kari­bik. Damit hat­te Anton den Anstoß zur Herrn­hu­ter Mis­si­on gege­ben. Sie begann 1732 mit zwei nach St. Tho­mas aus­ge­sand­ten Mis­sio­na­ren. Wei­te­re Mis­si­ons­fel­der wur­den nach und nach erschlos­sen, so Grön­land im Jah­re 1733, Suri­nam und Nord­ame­ri­ka 1735 und Süd­afri­ka nur zwei Jah­re spä­ter. In die­ser Zeit begann die Her­aus­bil­dung eines nahe­zu welt­wei­ten Missionsnetzwerks.

Das König­reich Däne­mark besaß nicht allein Kolo­nien in der Kari­bik, son­dern zwi­schen 1620 und 1845 auch in Indi­en. Der Haupt­stütz­punkt war zunächst der an der süd­in­di­schen Koro­man­del­küs­te gele­ge­ne Ort Tran­que­bar. Im Lau­fe der Zeit erwar­ben die Dänen wei­te­re Han­dels­sta­tio­nen vor allem ent­lang der Küs­te. Spä­ter ver­la­ger­te sich der Han­dels­schwer­punkt zuneh­mend nach Seram­po­re nahe Kal­kut­ta. Von Tran­que­bar aus wirk­te bereits seit 1706 die vom däni­schen König und sei­nem Mis­si­ons­kol­le­gi­um (seit 1714) geför­der­te Dänisch-(später auch: Englisch-)Hallesche Mis­si­on (DEHM), die sich in den Fol­ge­jah­ren eben­falls immer wei­ter aus­brei­te­te und über die Unter­stüt­zung durch die Socie­ty for Pro­mo­ting Chris­ti­an Know­ledge (SPCK) auch in Gebie­te der eigent­lich einer Mis­si­on gegen­über eher nega­tiv ein­ge­stell­ten eng­li­schen Ost­in­di­en­kom­pa­nie vor­drang, so etwa auch nach Kalkutta.

Die Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne inter­es­sier­te sich eben­falls für Süd­asi­en. Sie ver­such­te sich 1739/40 auf Cey­lon zu eta­blie­ren, wur­de aber von den Nie­der­län­dern nach nur kur­zer Zeit wie­der aus­ge­wie­sen. Ein zwei­ter Mis­si­ons­ver­such dort dau­er­te spä­ter immer­hin von 1766 bis 1778. Erst 1758, nach­dem die däni­sche Ost­in­di­en­kom­pa­nie auf­grund der wid­ri­gen Umwelt­be­din­gun­gen und wahr­schein­lich der Mala­ria mehr­fach an einer Kolo­ni­sie­rung der Niko­ba­ren geschei­tert war, erhiel­ten die Herrn­hu­ter vom däni­schen König die Erlaub­nis, auf die­ser Insel­grup­pe eine Mis­si­on zu begrün­den. Die im Golf von Ben­ga­len gele­ge­nen Inseln besa­ßen eine stra­te­gi­sche Bedeu­tung als Brü­cken­kopf von Süd- nach Süd­ost­asi­en. Die Han­dels­kom­pa­nie war frei­lich weni­ger an der Mis­si­on inter­es­siert als an einer leich­ten Mög­lich­keit der Erschlie­ßung der unwirt­li­chen Inseln und am Geschick der Mis­sio­na­re. Sie hoff­te, den zumeist hand­werk­lich gut aus­ge­bil­de­ten Mis­sio­na­ren eine sol­che Erschlie­ßung über­las­sen zu kön­nen, um dann spä­ter selbst von der Vor­ar­beit zu profitieren.

Der eigent­lich nur als Zwi­schen­sta­ti­on für die Niko­ba­ren gedach­te Auf­ent­halt bei Tran­que­bar ent­wi­ckel­te sich zuse­hends zu einem Dau­er­zu­stand, der 1771 end­gül­tig schrift­lich fest­ge­legt und damit lega­li­siert wur­de. Die Mis­sio­na­re bau­ten einen soge­nann­ten Brü­der­gar­ten auf, der mit dem Mis­si­ons­haus und sei­nen Stäl­len, Bewäs­se­rungs­an­la­gen und Fel­dern – wie bei den ohne ein Gehalt mis­sio­nie­ren­den Herrn­hu­tern üblich – nicht nur als Woh­nung und Werk­statt, son­dern auch der Selbst­ver­sor­gung dien­te. Die Mis­si­on fand gleich­sam neben­bei wäh­rend der gemein­sa­men Arbeit mit der loka­len Bevöl­ke­rung statt. Es soll­te aus­drück­lich nicht dar­um gehen, gro­ße Grup­pe zu bekeh­ren. Der ver­län­ger­te Auf­ent­halt in Tran­que­bar sorg­te den­noch für eine Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zur DEHM, deren Ange­hö­ri­ge – zumeist stu­dier­te Theo­lo­gen – den Hand­wer­kern als theo­lo­gi­schen Lai­en und ihrer Mis­si­ons­stra­te­gie grund­sätz­lich skep­tisch gegen­über­stan­den. Letzt­lich bestand der Brü­der­gar­ten ca. 2 km außer­halb von Tran­que­bar aber von 1760 bis 1803, wäh­rend der Auf­ent­halt der Herrn­hu­ter auf den Niko­ba­ren, genau­er: auf Nan­co­wry Island, ledig­lich von 1768 bis 1787 andau­er­te und mit auf­fäl­lig vie­len Krank­heits- und Todes­fäl­len unter den Mis­sio­na­ren ver­bun­den war. Kurz­um: wie schon die vor­he­ri­gen Kolo­ni­sie­rungs­ver­su­che der Ost­in­di­en­kom­pa­nie war auch der Mis­si­ons­ver­such auf den Niko­ba­ren als Miss­erfolg zu verbuchen.

Tran­que­bar dien­te wie­der­um als Basis, um sich von dort aus wei­ter nach Nor­den aus­zu­brei­ten und sich im eng­li­schen Kal­kut­ta (1782–1784), im däni­schen Seram­po­re (1776–1792) und im däni­schen Pat­na (1783–1787) anzu­sie­deln. Doch auch die­sen Mis­si­ons­sta­tio­nen war nicht der erwünsch­te Erfolg beschie­den, obwohl sie von den ansäs­si­gen Euro­pä­ern auf­grund der hand­werk­li­chen, manch­mal auch medi­zi­ni­schen Kennt­nis­se der Mis­sio­na­re häu­fig begrüßt wur­den. Den­noch: Zu weni­ge Mis­sio­na­re hat­ten mit zu vie­len Pro­ble­men zu kämp­fen wie mit Ein­sam­keit, mit sich devi­ant ver­hal­ten­den Kol­le­gen, mit allen­falls weni­gen Mis­si­ons­er­fol­gen oder mit wirt­schaft­li­chen Pro­ble­men in den mis­si­ons­ei­ge­nen Betrie­ben (wie der Tisch­le­rei in Seram­po­re) und mit der eige­nen demo­ti­vie­ren­den Unzu­frie­den­heit. Immer­hin aber war die Herrn­hu­ter Mis­si­on in der Lage, sich bis 1803 ins­ge­samt mehr als 40 Jah­re auf dem Sub­kon­ti­nent zu halten.

Knapp 50 Jah­re spä­ter gelang­te die Brü­der­ge­mei­ne erneut nach Indi­en, nach­dem der Ver­such über Tibet in die Mon­go­lei zu rei­sen, 1853 in Kal­kut­ta an einer feh­len­den Ein­rei­se­er­laub­nis geschei­tert war. Der Tisch­ler Edu­ard Pagell und der Klemp­ner Wil­helm Heyde waren die ers­ten Mis­sio­na­re, die sich in Key­long im heu­ti­gen Himachal Pra­desh in einem Tal des Hima­la­yas nie­der­lie­ßen. An die­ser Kreu­zung wich­ti­ger Han­dels­we­ge bau­ten die Mis­sio­na­re ihren Mis­si­ons­gar­ten auf und began­nen, wie schon ihre Vor­läu­fer in ande­ren Mis­si­ons­sta­tio­nen, mit Über­set­zungs­ar­bei­ten der Bibel. In den Fol­ge­jah­ren bis 1906 wur­den im west­li­chen Hima­la­ya wei­te­re Mis­si­ons­sta­tio­nen gegrün­det, so in Poo, in Leh, in Kha­lat­se, Sim­la (Shim­la) und Chi­ni (heu­ti­ges Kalpa).

Südasienbestände

Eine gene­rel­le Über­sicht über die Archiv­be­stän­de bie­tet die Web­site des Unitäts­ar­chi­ves in Herrn­hut selbst. Vor Ort im Archiv exis­tie­ren spe­zi­el­le Find­bü­cher sowie als wei­te­res Hilfs­mit­tel die soge­nann­ten Die­ner­blät­ter mit bio­gra­phi­schen Anga­ben zu den Gemein­de­mit­glie­dern. Ein Online-Find­buch ermög­licht eine sys­te­ma­ti­sche Suche wie auch eine Voll­text­su­che und eine erwei­ter­te Recher­che mit zeit­li­chen Beschrän­kun­gen oder mit Beschrän­kun­gen auf bestimm­te Bestände.

Spe­zi­ell Süd­asi­en betref­fend sind im Mis­si­ons­be­stand (A.06.) und dort im Mis­si­ons-Depar­te­ment der Unitäts­äl­tes­ten­kon­fe­renz (1789–1899) (Rubrik: R.15) die fol­gen­den Regis­tra­tu­ren zu nen­nen: Cey­lon (R.15.S), Ost­in­di­en (Tran­ke­bar, Niko­ba­ren, Ben­ga­len) (R.15.T) und West-Hima­la­ja (R.15.U). Sie wer­den dem Alt- oder Per­ti­nenz­be­stand, dem älte­ren Haupt­be­stand des Archivs, zuge­ord­net, der bis zum Beginn des 20. Jahr­hun­derts auf­ge­baut wur­de. In ihnen fin­den sich Tage­bü­cher (Dia­ri­en) aus den ein­zel­nen Mis­si­ons­ge­bie­ten, Kor­re­spon­den­zen unter­schied­lichs­ter Art (pri­va­te, geschäft­li­che oder Ver­wal­tungs­brief­wech­sel), Visi­ta­ti­ons­be­rich­te, Kon­fe­renz­pro­to­kol­le (Haus­kon­fe­renz, Ältes­ten­kon­fe­renz), unge­druck­te Buch­ma­nu­skrip­te, Chro­ni­ken oder Reiseberichte.

Spä­te­re Zugän­ge aber auch eini­ge älte­re Regis­tra­tu­ren wur­den nach dem Pro­ve­ni­enz­prin­zip auf­ge­nom­men oder neu ver­zeich­net: Für Süd­asi­en beson­ders rele­vant sind hier­bei der Archiv­be­stand der Mis­si­ons­di­rek­ti­on (MD), die ab 1899 das Mis­si­ons-Depar­te­ment der Unitäts­äl­tes­ten­kon­fe­renz über­nom­men hat­te, und der Bestand der Finanz­ver­wal­tung der Mis­si­on (MDF). Hin­zu kom­men die Samm­lun­gen (H), bestehend aus Bild­gut- und Objekt­samm­lun­gen, die Lebens­lauf­samm­lung (G) mit den stan­dar­di­sier­ten Lebens­läu­fen der Mis­sio­na­re (R.22) sowie die Topo­gra­phi­sche Samm­lung (TS) mit Kar­ten, Ansich­ten, Natur­stu­di­en, Plä­nen, Grund­ris­sen und Zeich­nun­gen des Brü­der­gar­tens, der Mis­si­ons­ge­bäu­de oder der jewei­li­gen Geo­gra­phie vor Ort. Oft­mals lie­gen Foto­gra­fien der Archi­va­li­en aus der Topo­gra­phi­schen Samm­lung / Pla­kat­samm­lung vor, die mit­tels einer Recher­che im online-Find­buch zu fin­den und online ein­seh­bar sind. Dies betrifft bei­spiels­wei­se die Zeich­nun­gen der Mis­si­ons­ge­bäu­de in Seram­po­re oder Tran­que­bar inklu­si­ve der zuge­hö­ri­gen Gär­ten und Stäl­le. Die Nach­lass­samm­lung (F) wie­der­um ent­hält Doku­men­te des Mis­sio­nar­sehe­paa­res August Wil­helm und Maria Heyde aus der West-Hama­la­ya-Mis­si­on (NFHe) (Tran­skrip­tio­nen online ver­füg­bar bei See­li­ger 2005).

Wie die unten­ste­hen­de Lite­ra­tur­lis­te hier ledig­lich andeu­ten kann, bie­ten die Süd­asi­en­be­stän­de des Unitäts­ar­chi­ves in Herrn­hut viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten für die For­schung – auch abseits der Mis­si­ons­ge­schich­te und gera­de im trans­na­tio­na­len Zusam­men­spiel mit ande­ren Archi­ven und deren Bestän­den, die sich wech­sel­sei­tig ergän­zen. So fin­den sie selbst­ver­ständ­lich eine her­vor­ra­gen­de Ergän­zung in den Bestän­den des Mis­si­ons­ar­chi­ves der Francke­schen Stif­tun­gen (Klos­ter­berg 2020), nicht allein, was die inzwi­schen sehr gut und dif­fe­ren­ziert unter­such­te Kon­kur­renz zwi­schen der DEHM und den Herrn­hu­tern angeht (Krie­ger 1998a, b). Neben Riva­li­tä­ten rück­te zuletzt auch die Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Mis­si­ons­un­ter­neh­mun­gen vor Ort in den Fokus (Ruh­land 2013, 2018; Delfs 2020). Ähn­li­che Mög­lich­kei­ten bie­tet zum Bei­spiel die Ergän­zung durch Archi­va­li­en aus dem Reichs­ar­chiv Kopen­ha­gen ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Motiv­la­gen der däni­schen Ost­in­di­en­kom­pa­nien bei der Kolo­ni­sie­rung der Niko­ba­ren, aber auch in Tran­que­bar (Ras­tén 2014; Krie­ger 1998b). Die trans­na­tio­na­le Dimen­si­on der Natur­for­schung durch Herrn­hu­ter Mis­sio­na­re konn­te unlängst eben­falls durch wech­sel­wei­se Ergän­zung mit bei­spiels­wei­se bri­ti­schen und indi­schen Archi­ven näher beleuch­tet wer­den (Ruh­land 2018). Gera­de die mis­sio­na­ri­sche Rol­le als Samm­ler und welt­wei­te Ver­tei­ler von Natur­ob­jek­ten wur­de bis­her häu­fig durch die Kon­zen­tra­ti­on auf die kolo­nia­len Archi­ve und natio­na­le Per­spek­ti­ven unter­schätzt. Etwas unter­be­lich­tet blie­ben eben­so – neben ein­zel­nen Mis­si­ons­sta­tio­nen wie Pat­na, Kal­kut­ta und Seram­po­re (unlängst aber Delfs 2020 in Bezug auf Mis­si­ons­all­tag und Devi­anz unter ande­rem in Ben­ga­len) – auch deren Ver­flech­tung in bereits bestehen­de loka­le Struk­tu­ren im Mis­si­ons­feld, etwa bei der Anla­ge und Tech­nik von Bewäs­se­rungs­grä­ben im Brü­der­gar­ten. Ähn­li­ches gilt für die Fra­ge der Ein­bin­dung der mis­sio­na­ri­schen Hand­wer­ker und ihres Hand­wer­kes in die kolo­nia­le Gesell­schaft vor Ort (Krie­ger 1998a), inwie­fern etwa von ihnen gefer­tig­te Möbel­stü­cke dort Ein­gang fan­den oder gar expor­tiert wur­den. Letz­te­re Aspek­te lie­ßen unter ande­rem Rück­schlüs­se auf sozia­le Schich­tun­gen und über­re­gio­na­le Geschäfts­mo­del­le zu.

Literatur in Auswahl, Find- und Hilfsmittel

Archiv der Evan­ge­li­schen Brü­der-Unität, Bestän­de­über­sicht, https://‌www.‌unitaetsarchiv.de/‌recherche/‌bestaendeuebersicht (letz­ter Zugriff am: 03.12.2021).

——–, Online-Find­buch, www.unitaetsarchiv.findbuch.net (letz­ter Zugriff am: 03.12.2021).

Bald­auf, Inge­borg, „Das Archiv der Brü­der-Unität in Herrn­hut. Ein Bei­trag zur Geschich­te sei­ner Regis­tra­tur­bild­ner und der Ord­nung und Ver­zeich­nung sei­ner Bestän­de“. Unitas Fra­t­rum 8 (1984): S. 3–34.

——–, „Quel­len zur Geschich­te der Brü­der­mis­si­on im West-Hima­la­ya Gebiet im Archiv der Brü­der-Unität in Herrn­hut“. In: Lydia Icke-Schwal­be, Gud­run Mei­er (Hg.) Wis­sen­schafts­ge­schich­te und gegen­wär­ti­ge For­schun­gen in Nord­west-Indi­en. Dres­den: Staat­li­ches Muse­um für Völ­ker­kun­de Dres­den, 1990, S. 53–59.

Beck, Hart­mut (Hg.), Wege in die Welt. Rei­se­be­rich­te aus 250 Jah­ren Brü­der­mis­si­on. Erlan­gen: Ver­lag der Ev.-Luth. Mis­si­on, 1992. [Quel­len­samm­lung, die auch Indi­en­rei­se­be­schrei­bun­gen enthält.] 

Beck, Hart­mut, Brü­der in vie­len Völ­kern. 250 Jah­re Mis­si­on der Brü­der­ge­mei­ne. Erlan­gen: Ver­lag der Ev.-Luth. Mis­si­on, 1981.

Delfs, Tobi­as, Die Dänisch-Eng­lisch-Hal­le­sche Indi­en­mis­si­on des spä­ten 18. Jahr­hun­derts. All­tag, Lebens­welt und Devi­anz. Stutt­gart: Franz Stei­ner Ver­lag, 2020. [Ins­be­son­de­re zu den bis­her kaum unter­such­ten Herrn­hu­ter Mis­sio­na­ren in Ben­ga­len inkl. ihrer Kon­tak­te zur DEHM: Kap. III sowie Kap. IV.2.2.2]

Icke-Schwal­be, Lydia, „Die Herrn­hu­ter Brü­der­mis­si­on auf den Niko­ba­ren: Eine his­to­ri­sche Remi­nis­zenz an die ‚Inseln unter dem Wind‘“. In: Micha­el Mann (Hg.) Euro­päi­sche Auf­klä­rung und pro­tes­tan­ti­sche Mis­si­on in Indi­en. Hei­del­berg: Drau­pa­di Ver­lag, 2006, S. 165–180.

Klos­ter­berg, Bri­git­te, „Das „Mis­si­ons­ar­chiv“ im Archiv der Francke­schen Stif­tun­gen zu Hal­le“. MIDA Archi­val Refle­xi­con (2020): 9 S. https://www.projekt-mida.de/reflexicon/klosterberg-das-missions‌archiv-im-archiv-der-franckeschen-stiftungen-zu-halle/

Koschor­ke, Klaus, „Die ers­ten Herrn­hu­ter auf Cey­lon. Das Unter­neh­men des Nit­sch­mann Syn­di­kus und Dr. Eller nach einer neu­en Quel­le“. Unitas Fra­t­rum 18 (1986): S. 53–68.

Krie­ger, Mar­tin, „Vom ‚Brü­der­gar­ten‘ zu den Niko­ba­ren. Die Herrn­hu­ter Brü­der in Süd­asi­en“. In: Ste­phan Coner­mann (Hg.) Der Indi­sche Oze­an in his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve. Ham­burg: EB-Ver­lag, 1998a, S. 209–224.

——–, Kauf­leu­te, See­räu­ber und Diplo­ma­ten. Der däni­sche Han­del auf dem Indi­schen Oze­an (1620–1868). Köln u.a.: Böhlau Ver­lag 1998b. [Ins­be­son­de­re zu den Zusam­men­hän­gen von däni­schen Ost­in­di­en­kom­pa­nien und Herrnhutern.] 

Krö­ger, Rüdi­ger, Clau­dia Mai, Olaf Nip­pe, Das Unitäts­ar­chiv. Aus der Geschich­te von Archiv, Biblio­thek und Bestän­den. Mit Foto­gra­fien von Micha­el Kieß­ling. Herrn­hut: Come­ni­us-Buch­hand­lung, 2014. [Bestands­über­sicht S. 148] 

Krö­ger, Rüdi­ger (Hg.), Bil­der aus der Herrn­hu­ter Mis­si­on. Foto­gra­phien des 19. Jahr­hun­derts aus den Samm­lun­gen des Unitäts­ar­chivs. Herrn­hut: Come­ni­us-Buch­hand­lung, 2008. [Foto­gra­fien aus dem Hima­la­ya S. 123–142]

Lie­bau, Hei­ke, Die Quel­len der Dänisch-Hal­le­schen Mis­si­on in Tran­que­bar in deut­schen Archi­ven: ihre Bedeu­tung für die Indi­en­for­schung. Ber­lin: Ver­lag das Ara­bi­sche Buch, 1993. [Dort auch Hin­wei­se zu den Herrn­hut betref­fen­den Quellen.] 

Mey­er, Diet­rich, Zin­zen­dorf und die Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne: 1700–2000. Göt­tin­gen: Van­den­hoeck & Ruprecht, 2000.

Peu­cker, Paul, „Evan­ge­li­sche Brü­der-Unität – Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne“. In: Eri­ka Pabst, Tho­mas Mül­ler-Bahl­ke (Hg.) Quel­len­be­stän­de der Indi­en­mis­si­on 1700–1918 in Archi­ven des deutsch­spra­chi­gen Raums. Hal­le: Nie­mey­er, 2005, S. 27–32.

Ras­tén, Simon, „Encoun­te­ring the Nico­bar Islands: Danish Stra­te­gies of Colo­ni­sa­ti­on, 1755–1848“. In: Esther Fihl, A. R. Ven­kat­ach­a­la­pa­thy (Hg.) Bey­ond Tran­que­bar. Grap­p­ling across Cul­tu­ral Bor­ders in South India. Delhi: Ori­ent Blacks­wan, 2014, S. 579–606.

Römer, Her­mann, Geschich­te der Brü­der­mis­si­on auf den Niko­ba­ren und des ‚Brü­der­gar­tens‘ bei Tran­que­bar. Herrn­hut, 1921. [Lei­der zumeist ohne kon­kre­te Quellenangaben.] 

Ruh­land, Tho­mas, Pie­tis­ti­sche Kon­kur­renz und Natur­ge­schich­te – Die Süd­asi­en­mis­si­on der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne und die Dänisch-Eng­lisch-Hal­le­sche Mis­si­on (1755–1802). Herrn­hut: Herrn­hu­ter Ver­lag, 2018.

——–, „‚Ein paar Jahr muß Tran­que­bar und Coro­man­del wol Seri­eus das Object seyn‘ – Süd­asi­en als pie­tis­ti­sches Kon­kur­renz­feld“.  Pie­tis­mus und Neu­zeit 39 (2013): S. 86–116.

See­li­ger, Frank, Maria Eli­sa­beth Heyde, Ver­such einer bio­gra­phi­schen Annä­he­rung auf Grund­la­ge der Tage­buch­no­ti­zen für die Jah­re 1862 bis 1870, inklu­siv Tran­skrip­ti­on von Frank See­li­ger. Ulm: Tech­ni­sche Hoch­schu­le Wildau, Arbeits­kreis „Herrn­hu­ter Mis­sio­na­re in Lahoul“, 2005. https://‌doi.org/‌10.15771/MH_2005_1 (letz­ter Zugriff am: 03.12.2021).

Zen­trum für All­ge­mei­ne Wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­bil­dung (ZAWiW) der Uni­ver­si­tät Ulm (Hg.), Mis­sio­na­re Westhi­ma­la­ya, https://hhm.forschendes-lernen.de/projekte/missionare-westhimalaya/ (letz­ter Zugriff am: 03.12.2021). [Arbeits­kreis Herrn­hu­ter Mis­sio­na­re, der sich mit den Mis­sio­na­ren im West-Hima­la­ya beschäf­tigt hat.] 

Zen­trum für All­ge­mei­ne Wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­bil­dung (ZAWiW) der Uni­ver­si­tät Ulm (Hg.), Arbeits­kreis „Herrn­hu­ter Mis­sio­na­re in Lahoul“, „Man muß sich raf­fen…“ Aus dem Leben von Maria Heyde, Mis­sio­nars­frau im Westhi­ma­la­ya. 2. revi­dier­te Aufl. Ulm: ZAWiW, 2013. https://doi.org/‌10.15771/MH_2008_1 (letz­ter Zugriff am: 03.12.2021).

Tobi­as Delfs, IAAW, Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Berlin