Herbert Fischer – Eine deutsch-indische Verflechtungsbiografie


INHALT: Frü­he Jah­re | Bei Gan­dhi | In der DDRZurück in der DDR |  Quel­len

Her­bert Fischer war seit 1958 erst Mit­ar­bei­ter, dann Lei­ter der Han­dels­ver­tre­tung der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik in Neu-Delhi, spä­ter Gene­ral­kon­sul und mit der staat­li­chen Aner­ken­nung des Lan­des im Okto­ber 1972 der ers­te Bot­schaf­ter der DDR in Indi­en.

Das Leben Her­bert Fischers ist eng mit dem Ent­ste­hen des unab­hän­gi­gen Indi­ens sowie der Ent­wick­lung der DDR ver­wo­ben. Vor dem Zwei­ten Welt­krieg hat­te Fischer bereits ein Jahr­zehnt in Indi­en ver­bracht, mit Gan­dhi gelebt und war wäh­rend des Krie­ges als Deut­scher von der Bri­ti­schen Kolo­ni­al­macht in Indi­en inter­niert wor­den. Nach Kriegs­en­de kehr­te er nach Deutsch­land zurück in sei­ne säch­si­sche Hei­mat, die nun in der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne lag und bald Teil der DDR wer­den soll­te. Über Umwe­ge gelang­te er ins Minis­te­ri­um für Aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten und avan­cier­te dort bald zum Indi­en­ex­per­ten der frü­hen DDR.

Frühe Jahre

Gebo­ren 1914 im säch­si­schen Herrn­hut, beschloss Her­bert Fischer als jun­ger Mann mit Macht­über­nah­me der Natio­nal­so­zia­lis­ten 1933, Deutsch­land zu ver­las­sen. Er leb­te damals mit einer Grup­pe von Lebens­re­for­mern an der Ost­see. Dort traf er unter ande­rem auf Klaus Mann, den Sohn von Tho­mas Mann, der gera­de von einer Rei­se in die Sowjet­uni­on zurück­ge­kehrt war und ihm des­il­lu­sio­niert sei­ne Ein­drü­cke vom dor­ti­gen Leben schil­der­te.

Schon frü­her hat­te Fischer von Mohandas Gan­dhi, dem „Mahat­ma“, und des­sen gewalt­lo­sen Wider­stand gegen die bri­ti­sche Kolo­ni­al­herr­schaft gehört. Der 19jährige Fischer war begeis­tert und beschloss, nach Indi­en zu fah­ren. Tat­säch­lich erreich­te er nach einer aben­teu­er­li­chen Rei­se über Frank­reich, Spa­ni­en, den Bal­kan und die Tür­kei, teil­wei­se mit dem Fahr­rad, 1936 den Hafen von Bom­bay. Er stieg in einen Zug nach Wardha, den länd­li­chen Ort in Zen­tral­indi­en, an dem Gan­dhi sein Ashram errich­tet hat­te; die Basis sei­ner lan­des­wei­ten Arbeit, wo auch der Indi­sche Natio­nal­kon­gress sei­ne Sit­zun­gen abhielt.

Bei Gandhi

Her­bert Fischer erleb­te Gan­dhi dort täg­lich, kam per­sön­lich mit ihm ins Gespräch und war fas­zi­niert: „Eine sol­che Ver­eh­rung für einen leben­den Men­schen hat­te ich noch nie erlebt. Ich muß­te unwill­kür­lich an ähn­li­che Geschich­ten aus dem Neu­en Tes­ta­ment den­ken.“ Und:

Gan­dhi blieb immer betont und bewußt beschei­den, hat­te für alle Fra­gen, auch wenn sie nur Klei­nig­kei­ten betra­fen, ein offe­nes Ohr, war allen ein sor­gen­der Vater, zeig­te kei­ner­lei Macht­stre­ben. Gera­de das mach­te ihn beliebt, gera­de dar­auf beruh­te sei­ne Wir­kung. Das konn­te ich jeden Tag beob­ach­ten und selbst erfah­ren. Das mach­te ihn zum Bapu, zum Vater. Auch für mich war er Bapu. Ich emp­fand ihn als Vater. Einem ame­ri­ka­ni­schen Mis­sio­nar, der ihn besucht hat­te, erschien er wie eine Mischung aus Jesus Chris­tus und dem eige­nen Vater. Ich glau­be noch heu­te, daß ich mich mit ihm tief­ge­hen­der unter­hal­ten konn­te als mit mei­nem eige­nen Vater.“

So schrieb Her­bert Fischer 2002, 65 Jah­re spä­ter in sei­nen Erin­ne­run­gen Unter­wegs zu GANDHI (S. 77f.).

Gemein­sam war Gan­dhi und Her­bert Fischer ihr Pazi­fis­mus. 1937 wur­de Fischer sei­ne Jacke gestoh­len, mit­samt sei­nem deut­schen Pass. Als das deut­sche Gene­ral­kon­su­lat in Bom­bay ihm mit­teil­te, man wür­de ihm den Pass nur dann erset­zen, wenn er nach Deutsch­land zurück­kehr­te, um sei­nen Mili­tär­dienst abzu­leis­ten, lehn­te Fischer ab und nahm damit sei­ne Aus­bür­ge­rung in Kauf.

Gan­dhi beauf­trag­te Fischer damit, im nahe­ge­le­ge­nen Itar­si beim Auf­bau land­wirt­schaft­li­cher Genos­sen­schaf­ten und bei der Lei­tung eines Kran­ken­hau­ses zu hel­fen. Häu­fig erhielt er an die­sem Eisen­bahn­kno­ten­punkt Besuch von Jawar­harl­al Neh­ru, dem spä­te­ren ers­ten Pre­mier­mi­nis­ter des unab­hän­gi­gen Indi­en. Fischer wur­de Mit­glied einer ört­li­chen Qua­ker-Gemein­de und lern­te sei­ne spä­te­re Frau ken­nen: Lucil­le Sibouy, eine in Jamai­ka gebo­re­ne Kran­ken­schwes­ter mit indi­schen Wur­zeln.

Mit Aus­bruch des Zwei­ten Welt­krie­ges 1939 wur­de Her­bert Fischer als Ange­hö­ri­ger eines Feind­staa­tes von den bri­ti­schen Kolo­ni­al­her­ren inter­niert. Sei­ne Frau folg­te ihm mit ihrem ers­ten gemein­sa­men Sohn Karl Anfang 1940. Gemein­sam mit ande­ren Deut­schen waren sie in unter­schied­li­chen Lagern unter­ge­bracht, in denen Fischer mit­un­ter gestat­tet wur­de, Gan­dhi wei­ter­hin zu besu­chen.

In der DDR

Nach Kriegs­en­de kehr­te Her­bert Fischer mit sei­ner Fami­lie in die Hei­mat zurück, die nun in der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne lag, der spä­te­ren DDR. Fischer hat­te nach der Schu­le kei­ne regu­lä­re Aus­bil­dung erhal­ten und Schwie­rig­kei­ten, im Nach­kriegs­deutsch­land Fuß zu fas­sen. In der DDR fand er Anstel­lung zunächst als Leh­rer, spä­ter in der Schul­ver­wal­tung. Durch Vor­trä­ge, die er in der Frei­zeit über sei­ne Zeit mit Gan­dhi hielt, wur­de das neu gegrün­de­te Minis­te­ri­um für Aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten (MfAA) der DDR auf ihn auf­merk­sam. Dort such­te man hän­de­rin­gend nach geeig­ne­tem Per­so­nal ohne brau­ne Ver­gan­gen­heit. Im Sep­tem­ber 1956 nahm Fischer sei­ne Arbeit auf und lei­te­te bald die Indi­en­ab­tei­lung. Im Janu­ar 1958 wur­de er als stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Han­dels­ver­tre­tung der DDR nach Indi­en ver­setzt.

Die Diplo­ma­ten der Bun­des­re­pu­blik blick­ten arg­wöh­nisch auf die­se neue ver­meint­li­che „Geheim­waf­fe“ aus Ost-Ber­lin. So hieß es im Okto­ber 1959 in einem Ver­an­stal­tungs­be­richt über „Sowjet­zo­na­le Pro­pa­gan­da in Indi­en zum 10-jäh­ri­gen Bestehen der sog. ‚DDR‘“ an die Zen­tra­le in Bonn:

Dank der geschick­ten und ein­neh­men­den Art von Herrn Fischer, der per­fekt Hin­di spricht und der jeden ein­zel­nen Jour­na­lis­ten beim Ein­tre­ten mit Hand­schlag begrüss­te, herrsch­te wäh­rend der Ver­an­stal­tung eine freund­li­che Atmo­sphä­re.“

Auf west­deut­scher Sei­te fürch­te­te man also die lan­des­kund­li­che Exper­ti­se Her­bert Fischers und tat­säch­lich konn­te er teil­wei­se an alte Kon­tak­te aus der Vor­kriegs­zeit anknüp­fen. Dies kam in Ost-Ber­lin jedoch nicht immer gut an. Als Herr Fischer und sei­ne Frau etwa ihre alte Bekann­te Rajku­ma­ri Amrit Kaur besuch­ten, die ers­te Gesund­heits­mi­nis­te­rin des unab­hän­gi­gen Indi­ens, tra­fen sie dort zufäl­lig auch auf einen ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­lis­ten, der sehr schnell unan­ge­neh­me Fra­gen zu stel­len begann, unter ande­rem zu den Ereig­nis­sen vom 17. Juni 1953, die er selbst in Ber­lin erlebt hat­te. Auf einen ent­spre­chen­den Bericht Fischers reagier­te man im Ber­li­ner MfAA scharf:

Ich erin­ne­re dar­an, daß Kol­le­ge Schwab vor Ihrer Abrei­se aus­drück­lich dar­auf hin­wies, daß alte Bekannt­schaf­ten nicht erneu­ert wer­den sol­len, bzw. erst nach vor­he­ri­ger Prü­fung.“

Nicht nur die west­deut­sche Hall­stein­dok­trin leg­te der diplo­ma­ti­schen Arbeit Her­bert Fischers also Hand­schel­len an, son­dern auch sei­ne eige­nen Vor­ge­setz­ten.

Im Sep­tem­ber 1962 kehr­te Fischer mit sei­ner Fami­lie nach Ost-Ber­lin zurück, um dort zunächst für ein Jahr die Par­tei­hoch­schu­le der DDR zu besu­chen und dann wie­der­um die Indi­en­ab­tei­lung in der Zen­tra­le des MfAA zu lei­ten. Im August 1965 wur­de er erneut nach Indi­en ver­setzt, dies­mal als Lei­ter der Han­dels­ver­tre­tung in Neu-Delhi.

Von sei­nem Nim­bus hat­te er in der Zwi­schen­zeit nichts ein­ge­büßt: „In Anbe­tracht der beson­de­ren Lan­des­kennt­nis und poli­ti­schen Erfah­rung Fischers wird es nicht leicht sein, ihm von unse­rer Sei­te Per­sön­lich­kei­ten ent­ge­gen­zu­stel­len, die über die glei­chen Lan­des­kennt­nis­se ver­fü­gen“, schrieb ein bun­des­re­pu­bli­ka­ni­scher Diplo­mat im Novem­ber 1965 in einem Bericht  an die Bon­ner AA-Zen­tra­le. Beson­ders wur­den spä­ter immer wie­der die guten Bezie­hun­gen Fischers zur indi­schen Pre­mier­mi­nis­te­rin Indi­ra Gan­dhi betont, auf­grund der Tat­sa­che, dass die bei­den sich zur sel­ben Zeit in Gan­dhis Ashram auf­ge­hal­ten hat­ten.

Für die Par­tei­füh­rung der SED wie­der­um stan­den ande­re Din­ge im Vor­der­grund, wie aus einem Bericht von Ende 1966 her­vor­geht:

In der Ver­tre­tung ist es Mode, daß vie­le Genos­sen den Lei­ter der Ver­tre­tung, Genos­sen Fischer, kri­ti­sie­ren. Die Kri­tik sieht so aus, daß alle erklä­ren, daß er ein sehr guter Diplo­mat ist, der gute Arbeit gegen­über der indi­schen Sei­te leis­tet. Dann wird bean­stan­det, daß Genos­se Fischer sich zu wenig um die ein­zel­nen Genos­sen küm­mert.“

Zurück in der DDR

Kaum war im Okto­ber 1972 unter gro­ßem per­sön­li­chen Ein­satz Her­bert Fischers das Ziel der Aner­ken­nung der DDR durch Indi­en erreicht, zog das MfAA ihn aus sei­ner zwei­ten Hei­mat ab. Im Som­mer 1974 ernann­te man ihn zum Lei­ter des Anti­ras­sis­mus-Kom­mit­tees der DDR, das rein reprä­sen­ta­ti­ve Auf­ga­ben erfüll­te. Des­il­lu­sio­niert gab er die­sen Pos­ten auf, um bis zum Ein­tritt ins Ren­ten­al­ter als Men­tor für indi­sche Stu­den­ten an der SED-Par­tei­hoch­schu­le zu arbei­ten.

Auch spä­ter blieb er Indi­en treu und ver­öf­fent­lich­te Bücher, die er dort vor­stell­te. Im März 1999 ver­starb nach lan­ger Krank­heit sei­ne Frau Lucil­le. Im Mai 2003 erhielt Her­bert Fischer vom amtie­ren­den indi­schen Pre­mier­mi­nis­ter Atal Biha­ri Vajpayee den „Pad­ma Bhus­han“, den dritt­höchs­ten zivi­len Orden Indi­ens. Her­bert Fischer starb am 3. Febru­ar 2006 in Ber­lin.

Quellen

Die Recher­che einer span­nen­den Bio­gra­fie ist eine ver­gleichs­wei­se dank­ba­re his­to­ri­sche Auf­ga­be. Einen spe­zi­fi­schen Namen zu suchen, stellt sich in der Regel als bedeu­tend ein­fa­cher dar als die Suche nach abs­trak­ten Begrif­fen und Zusam­men­hän­gen, deren Dar­stel­lung erst durch die eige­nen Gedan­ken einen logi­schen roten Faden erhält. Denn bei der Beschrei­bung eines Lebens­lau­fes besteht die­se Her­aus­for­de­rung deut­lich weni­ger. Zumal, wenn der Protagonist/die Prot­ago­nis­tin selbst eini­ge Auf­zeich­nun­gen über sein/ihr Leben hin­ter­las­sen hat. Und Her­bert Fischer war nicht nur ein Gan­dhia­ner und wich­ti­ger DDR-Diplo­mat, son­dern auch ein pro­duk­ti­ver Autor.

Aus­gangs­punkt der For­schung zu Her­bert Fischer sind also sei­ne eige­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen, vor allem die Erin­ne­run­gen an sei­ne Jugend und sein Exil in Indi­en Unter­wegs zu GANDHI [Ber­lin, Lotos Ver­lag Roland Beer, 2002] sowie sein beruf­li­ches Wir­ken als Diplo­mat DDR – Indi­en. Ein Diplo­mat berich­tet [Ber­lin (Ost): Staats­ver­lag der DDR, 1984]. Bei­de Wer­ke bil­den ein wich­ti­ges Fun­da­ment für das Ver­fas­sen von Fischers Bio­gra­fie und kön­nen durch die Ein­sicht von Pri­mär­quel­len ergänzt und über­prüft wer­den. So fin­det sich etwa im Poli­ti­schen Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts (PA AA) in den Bestän­den des Aus­wär­ti­gen Amts des Deut­schen Rei­ches unter der Signa­tur R 145638 eine Akte mit dem Titel “Nach­for­schun­gen nach Deut­schen in Fein­des­land – Ein­zel­fäl­le – Brit. Indi­en – Buchst. Fa – Fl”, die wie­der­um eine Ein­ga­be von Her­bert Fischers Vater ent­hält, der sich nach dem Ver­bleib sei­nes Soh­nes erkun­digt.

Unver­hoff­te Erkennt­nis­se über Fischers Zeit im indi­schen Exil lie­fert dar­über hin­aus im indi­schen Neh­ru Memo­ri­al Muse­um and Libra­ry (NMML) das „Oral Histo­ry Inter­view“ mit ihm, in dem die indi­sche His­to­ri­ke­rin Apar­na Basu 1969 die per­sön­li­chen Ein­drü­cke des Mit­strei­ters „Mahat­ma“ Gan­dhis ein­zu­fan­gen ver­such­te. Außer­dem Mar­jo­rie Sykes‘ An Indian Tapestry: Qua­ker Threads in the Histo­ry of India, Paki­stan & Ban­gla­desh from the Seven­te­enth Cen­tu­ry to Inde­pen­dence [York: Ses­si­ons Book Trust, 1997] über die Rol­le der Qua­ker­ge­mein­schaf­ten im kolo­nia­len Indi­en, das auch dem Ehe­paar Fischer eini­ge Sei­ten wid­met.

Zwar ent­hält Johan­nes H. Voigts Die Indi­en­po­li­tik der DDR – von den Anfän­gen bis zur Aner­ken­nung (1952–1972) [Köln/Weimar/Wien: Böhlau Ver­lag, 2008] eini­ge wich­ti­ge Hin­wei­se zu Her­bert Fischers Rol­le als DDR-Diplo­mat in Neu-Delhi, zur Erschlie­ßung von Fischers „Zwei­tem Leben“ in Indi­en wird eine umfang­rei­che Recher­che in deut­schen Archi­ven jedoch unum­gäng­lich. Nament­lich sind dies das Poli­ti­sche Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts in Ber­lin und das Bun­des­ar­chiv (BArch) mit sei­nen Stand­or­ten in Ber­lin und Koblenz.

Bis 1979 sind die Archiv­be­stän­de des MfAA im PA AA the­ma­tisch nach dem Per­ti­nenz­prin­zip geord­net. Kor­re­spon­denz zwi­schen der Ost-Ber­li­ner MfAA-Zen­tra­le und der DDR-Ver­tre­tung in Neu-Delhi, die immer wie­der auch Hin­wei­se auf die Per­son Her­bert Fischers gibt, fin­det sich im PA AA im Bestand M1 – Zen­tral­ar­chiv. Auf­schluss­reich sind außer­dem die Ein­schät­zun­gen der „Gegen­sei­te“. Das west­deut­sche AA ord­ne­te sei­ne Archi­va­li­en von Anfang an her­kunfts­be­zo­gen nach dem Pro­ve­ni­enz­prin­zip. Die Akten des Län­der­re­fe­rats „IB 5 Süd- und Ost­asi­en, Aus­tra­li­en, Neu­see­land und Ozea­ni­en“ fin­den sich im Bestand B 37, sind jedoch vom PA AA noch nicht voll­stän­dig erschlos­sen. So befin­den sich die Archi­va­li­en ab 1973 der­zeit noch in einem Zwi­schen­ar­chiv. Rele­van­te Akten aus der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Bot­schaft in Neu-Delhi fin­den sich außer­dem im Bestand AV Neu­es Amt unter dem Kür­zel NEWD.

Im Bun­des­ar­chiv wie­der­um sind die SED-Berich­te über Her­bert Fischers par­tei­po­li­ti­sche Arbeit in Neu-Delhi im Bestand DY 30 auf­schluss­reich sowie für die Rol­le Fischers in der DDR nach sei­ner Abbe­ru­fung als Bot­schaf­ter in Indi­en der Nach­lass von Fischers Freund und Arbeits­kol­le­gen Sieg­fried For­ber­ger im Bestand N 2536/13. For­ber­ger ver­öf­fent­lich­te nicht nur sei­ne eige­nen Erin­ne­run­gen Das DDR-Komi­tee für Men­schen­rech­te: Erin­ne­run­gen an den Sozia­lis­mus-Ver­such im 20. Jahr­hun­dert; Ein­sich­ten und Irr­tü­mer des Sieg­fried For­ber­ger, Sekre­tär des DDR-Komi­tees für Men­schen­rech­te von 1959 bis 1989 [Ber­lin: Selbst­ver­lag, 2000/2007], son­dern stand auch bis zu des­sen Tod in Kon­takt mit Her­bert Fischer. In For­ber­gers Nach­lass fin­den sich etli­che Brie­fe und Post­kar­ten, die die bei­den auch nach der Jahr­tau­send­wen­de aus­tausch­ten sowie Her­bert Fischers Todes­an­zei­ge aus dem Jah­re 2006. Die­se zählt neben den Namen sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen auch noch ein­mal sei­ne wich­tigs­ten bio­gra­fi­schen Sta­tio­nen auf. Von Her­bert Fischer selbst exis­tiert dort bis­lang kein Nach­lass.

Alex­an­der Bena­tar, IAAW, Hum­boldt Uni­ver­si­tät zu Ber­lin