Gewerkschaftliche Beziehungen und Delegationen zwischen der DDR (FDGB) und Indien (AITUC, INTUC, HMS) von 1964 bis 1982


Ers­te Kon­tak­te des Frei­en Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des (FDGB) nach Indi­en bestan­den bereits vor 1964. Ab die­sem Jahr ver­tief­ten und for­ma­li­sier­ten sich jedoch die Ver­bin­dun­gen zwi­schen dem FDGB und dem mit der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Indi­ens (KPI) ver­bun­de­nen All-India Tra­de Uni­on Con­gress (AITUC). Im sel­ben Jahr erleb­te die KPI eine Spal­tung in KPI und KPI (Mar­xist). Anfang der 1970er stieg auch das Inter­es­se des FDGB bezüg­lich des Indian Natio­nal Tra­de Uni­on Coun­cil (INTUC).  Dies stand im Zusam­men­hang mit der Spal­tung des Indian Natio­nal Con­gress (INC) 1969, sowie der ver­mu­te­ten und damit ver­bun­de­nen Link­s­ent­wick­lung der Regie­rung Indi­ra Gan­dhis. Eben­falls wur­den nun Ver­bin­dun­gen zum von den Sozia­lis­ten geführ­ten Hind Mazdoor Sabha (HMS) auf­ge­baut. Erklär­tes Ziel des FDGBs war die Her­stel­lung einer „gewerk­schaft­li­chen Akti­ons­ein­heit“ der ver­schie­de­nen indi­schen Ver­bän­de. Die Koope­ra­ti­on mit dem HMS brach aller­dings mit der Aus­ru­fung des Aus­nah­me­zu­stan­des im Juni 1975 zusam­men. Mit der Been­di­gung des Aus­nah­me­zu­stan­des und der Wahl­nie­der­la­ge des INC 1977, sowie einer damit ein­her­ge­hen­den Neu­aus­rich­tung der KPI einer­seits und der Indi­en­po­li­tik der DDR ande­rer­seits, kühl­te auch das Ver­hält­nis des FDGB zum INTUC ab. Die Bezie­hun­gen des FDGB zu indi­schen Gewerk­schaf­ten waren maß­geb­lich durch außen­po­li­ti­sche Inter­es­sen der DDR geprägt. Ins­be­son­de­re spiel­te das Rin­gen um vol­le diplo­ma­ti­sche Aner­ken­nung durch die Indi­sche Repu­blik (1972) als selbst­er­klär­ter Füh­rungs­na­ti­on der block­frei­en Staa­ten eine wesent­li­che Rolle. 

Kern­stück die­ser The­ma­ti­schen Res­sour­ce bil­det eine kom­men­tier­te Lis­te von Dele­ga­tio­nen, die zwi­schen 1964 und 1982 statt­fan­den. Geführt sind einer­seits Dele­ga­tio­nen von Mit­glie­dern des FDGB und sei­ner Teil­ge­werk­schaf­ten nach Indi­en. Ande­rer­seits sind Besu­che von Indern, die mit indi­schen Gewerk­schaf­ten ver­bun­den waren, dar­ge­stellt. Die Dele­ga­tio­nen waren unter­schied­lichs­ter Natur. Es konn­te sich um gegen­sei­ti­ge förm­li­che Besu­che von Kon­fe­ren­zen und Kon­gres­sen, sowie Reprä­sen­ta­tiv­de­le­ga­tio­nen han­deln. Eben­falls wur­den Dozen­ten nach Indi­en ent­sandt. Die DDR emp­fing dar­über hin­aus „Stu­di­en­de­le­ga­tio­nen“, Aus­zu­bil­den­de und Stu­die­ren­de. Auch Erho­lungs- und Heil­auf­ent­hal­te von Indern, sowie eini­ge infor­mel­le Besu­che hoch­ran­gi­ger Gewerkschafter/Politiker sind gelis­tet. Die Quel­len sind im Bestand des Bun­des­vor­stan­des des FDGB im Archiv der Par­tei­en und Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen der DDR (SAPMO), der im Bun­des­ar­chiv Ber­lin zu fin­den ist, ange­sie­delt. Die Beschrei­bun­gen und Kom­men­ta­re bezie­hen sich daher pri­mär auf die in den Quel­len dar­ge­leg­ten Tätig­kei­ten und Sicht­wei­sen des FDGB. Ergänzt wird die Lis­te durch ein Per­so­nen­re­gis­ter, eine detail­lier­te Auf­füh­rung der genutz­ten Archi­va­li­en und ein Abkürzungsverzeichnis.

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