Unternehmungen und Aufwiegelungen“: Das Berliner Indische Unabhängigkeitskomitee in den Akten des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts (1914–1920)


 INHALTEnt­ste­hung eines Archiv­be­stan­des  |  Indi­en in der deut­schen Außen­po­li­tik wäh­rend des Welt­krie­ges  |  Das Indi­sche Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tee: Zie­le und Netz­wer­ke„Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen in den Gebie­ten unse­rer Fein­de. Indi­en“  und wei­te­re rele­van­te Akten­samm­lun­gen im PA AA  |   End­no­ten  |   Sekun­där­li­te­ra­tur  

Entstehung eines Archivbestandes

Die Unter­stüt­zung anti­ko­lo­nia­ler Kräf­te in glo­ba­lem Maß­stab war ein wich­ti­ges Ele­ment der deut­schen außen­po­li­ti­schen Stra­te­gie wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges. Sie beinhal­te­te neben Pro­pa­gan­da auf ver­schie­de­nen Ebe­nen auch finan­zi­el­le und mili­tä­risch-logis­ti­sche Hil­fe. Die­se Poli­tik ziel­te dar­auf ab, anti­ko­lo­nia­le Stim­mun­gen auf­zu­grei­fen, zu stär­ken und so letzt­end­lich Unru­hen und Erhe­bun­gen gegen die Kriegs­geg­ner Eng­land, Frank­reich und Russ­land zu unter­stüt­zen: Kurz gesagt, es ging um die „Auf­wie­ge­lung“ und „Revo­lu­tio­nie­rung“ feind­li­cher Gebie­te.

In der beim Aus­wär­ti­gen Amt eigens geschaf­fe­nen Nach­rich­ten­stel­le für den Ori­ent (NfO) ent­wi­ckel­te der Ori­en­ta­list, Archäo­lo­ge und Diplo­mat Max Frei­herr von Oppen­heim (1860–1946) zunächst eine spe­zi­el­le Stra­te­gie zur „Auf­wie­ge­lung“ in mus­li­mi­schen Gebie­ten, die aber bald auf wei­te­re Kolo­ni­en und Gebie­te unter bri­ti­scher, fran­zö­si­scher oder rus­si­scher Herr­schaft erwei­tert wur­de. Der His­to­ri­ker Fritz Fischer bezeich­ne­te die­se außen­po­li­ti­sche Pro­pa­gan­da­stra­te­gie spä­ter als „Revo­lu­tio­nie­rungs­pro­gramm“ und zeig­te, wie „Revo­lu­tio­nie­rung“ von der deut­schen Sei­te als Mit­tel der Krieg­füh­rung ein­ge­setzt wur­de.

Mit dem Kampf­mit­tel der Revo­lu­tio­nie­rung ver­quick­te sich das Kriegs­ziel, das Bri­ti­sche und Rus­si­sche Reich auf­zu­bre­chen. Frank­reich und Eng­land schie­nen in ihren far­bi­gen Kolo­ni­al­völ­kern am ver­wund­bars­ten zu sein, wäh­rend Ruß­land in den fremd­stäm­mi­gen Natio­na­li­tä­ten Ansatz­punk­te für die Insur­gie­rung bot (Fischer 1984: 109).

Im Poli­ti­schen Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts, Ber­lin (PA AA), befin­den sich in den Bestän­den zum Ers­ten Welt­krieg umfang­rei­che, län­der- bzw. regio­nal­spe­zi­fisch geord­ne­te Akten mit der Bezeich­nung „Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen gegen unse­re Fein­de“. Aus­führ­lich wer­den hier die Bemü­hun­gen der deut­schen Sei­te doku­men­tiert, revo­lu­tio­nä­re und natio­na­lis­ti­sche Kräf­te mit anti­ko­lo­nia­ler bzw. anti­im­pe­ria­ler Stoß­rich­tung zu unter­stüt­zen. Deren Zie­le, die sich gegen die bri­ti­sche, fran­zö­si­sche bzw. rus­si­sche Kolo­ni­al­macht rich­te­ten, waren gut mit den mili­tä­ri­schen und poli­ti­schen Zie­len der deut­schen Außen­po­li­tik ver­ein­bar. Die Stra­te­gie war glo­ba­ler Natur und schloss auch neu­tra­le Län­der ein, wie die Doku­men­te im Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts zei­gen. Unter der Bezeich­nung: „Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen gegen unse­re Fein­de“ ent­hält der Bestand Welt­krieg 11 (WK 11) Akten zur Unter­stüt­zung anti­rus­si­scher Bestre­bun­gen in der Ukrai­ne (WK11a); in Polen (WK 11b); „in Ruß­land, beson­ders in Finn­land“ (WK11c) oder im Kau­ka­sus (WK 11d); zur Unter­stüt­zung anti­ko­lo­nia­ler Bewe­gun­gen in Afgha­ni­stan und Per­si­en (WK11e); in „Ägyp­ten, Syri­en und Ara­bi­en“ (WK 11g); Kana­da (WK11i); „unter den Buren“ (WK11j); „unter den Iren“ (WK 11k); „in den afri­ka­ni­schen Besit­zun­gen Frank­reichs“ /WK11l); „in Sibi­ri­en“ (WK11m); in Rumä­ni­en (WK11n); in Bul­ga­ri­en (WK11o); in Ita­li­en (WK11p); in Spa­ni­en (WK11 q); „in Abes­si­nen“ (WK 11r); in Por­tu­gal (WK 11v) und in Indi­en (WK 11f ).

Das Aus­wär­ti­ge Amt und die Nach­rich­ten­stel­le für den Ori­ent orga­ni­sier­ten die­se pro­pa­gan­dis­ti­schen, mili­tä­ri­schen, logis­ti­schen bzw. finan­zi­el­len „Unter­neh­mun­gen“ nicht allein, son­dern gemein­sam mit inter­na­tio­nal agie­ren­den Netz­wer­ken anti­ko­lo­nia­ler bzw. anti­im­pe­ria­ler Aus­rich­tung. Eine wich­ti­ge Rol­le spiel­ten ent­spre­chen­de Grup­pie­run­gen in Ber­lin, die ihrer­seits vom Exil aus an einer Schwä­chung der Kolo­ni­al­mäch­te und damit ver­bun­den oft an einer zweck­ori­en­tier­ten Zusam­men­ar­beit mit Deutsch­land inter­es­siert waren. Hier­für beob­ach­te­ten und obser­vier­ten das Aus­wär­ti­ges Amt, die NfO und die Abtei­lung IIIb des Stell­ver­tre­ten­den Gene­ral­sta­bes des Hee­res unter Rudolf Nadol­ny (1873–1953) poten­ti­el­le Koope­ra­ti­ons­part­ner und nutz­ten bereits bestehen­de Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren und Netz­wer­ke anti­ko­lo­nia­ler Grup­pen in Euro­pa und Nord­ame­ri­ka. Sie unter­stütz­ten die Bil­dung von Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees, die von deut­scher Sei­te über­wacht und kon­trol­liert wur­den, die sich aber ihrer­seits der Über­wa­chung und Kon­trol­le zu ent­zie­hen ver­such­ten und eige­ne poli­ti­sche Stra­te­gi­en ver­folg­ten. 

Die im PA AA unter dem Titel Indi­en „Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen gegen unse­re Fein­de. Indi­en“ ent­hal­te­nen Akten geben Aus­kunft über die Ent­ste­hung, Zusam­men­set­zung und Tätig­keit des im Sep­tem­ber 1914 gegrün­de­ten Indi­schen Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees in Ber­lin (Indian Inde­pen­dence Com­mit­tee/IIC), sei­ne Zusam­men­ar­beit mit dem Aus­wär­ti­gen Amt und die mit ihm ver­bun­de­nen inter­na­tio­na­len Netz­wer­ke. Indi­en ist — ver­gli­chen mit den ande­ren Län­dern — das Land mit der umfang­reichs­ten Doku­men­ten­samm­lung zum The­ma „Auf­wie­ge­lun­gen“ im PA AA. Die Akten zu Indi­en inner­halb des Bestan­des WK 11 begin­nen mit Band 1 im August 1914 mit der Signa­tur R 21070; die letz­te Akte im Band 48, mit der Signa­tur R 21118, endet im April 1920. Hin­zu kom­men 4 Bei­ak­ten mit Per­so­na­lia für den sel­ben Zeit­raum (R 21119 bis R 21122).

Indien in der deutschen Außenpolitik während des Weltkrieges

Als größ­te Kolo­nie des Bri­ti­schen Empi­res spiel­te Indi­en eine beson­de­re Rol­le in den stra­te­gi­schen Pla­nun­gen des deut­schen Aus­wär­ti­gen Amts. Aus­gangs­punkt auf deut­scher Sei­te war die Über­le­gung, dass Unru­hen in Indi­en das Bri­ti­sche Empi­re in beson­de­rem Maße schwä­chen wür­den. Von ver­schie­de­nen Sei­ten wur­den ent­spre­chen­de Lage­ein­schät­zun­gen ein­ge­holt. In Ana­ly­sen, die das Amt mit Kriegs­aus­bruch anfor­der­te, äußer­ten sich deut­sche und indi­sche Exper­ten zur Lage in Indi­en und bezo­gen Stel­lung zu der aus deut­scher Sicht ent­schei­den­den Fra­ge, ob dort in nächs­ter Zeit Erhe­bun­gen und Auf­stän­de gegen die Eng­län­der zu erwar­ten sei­en und wel­che Kräf­te in die­sem Zusam­men­hang zu unter­stüt­zen wären. Der deut­sche Ara­bist und Islam­wis­sen­schaft­ler, Josef Horo­vitz (1874–1931), der zuvor meh­re­re Jah­re in Ali­garh am Muham­me­dan Anglo-Ori­en­tal Col­le­ge unter­rich­tet hat­te, arbei­te­te in einem Memo­ran­dum die beson­de­re Rol­le der indi­schen Mus­li­me her­aus. Er war der Ansicht:

[…], dass die Moham­me­da­ner in Nord-Indi­en das männ­li­che­re Ele­ment dar­stel­len und dass es für die Erre­gung von erneu­ten Schwie­rig­kei­ten im nörd­li­chen Tei­le von Indi­en sehr wesent­lich ist, gera­de auf die­sen Bestand­teil der Bevöl­ke­rung ein­zu­wir­ken und zwar im Zusam­men­hang mit dem pan­is­la­mi­schen Gedan­ken und der Zuge­hö­rig­keit zum Kha­li­fat des Osma­ni­schen Sul­ta­nats.[1]

Auch die Ansich­ten von indi­schen poli­ti­schen Akti­vis­ten außer­halb des Sub­kon­ti­nents wur­den ein­ge­holt. So erklär­te zum Bei­spiel Chem­pa­ka­ra­man Pil­lai (1891–1934), der zuvor das Inter­na­tio­na­le Komi­tee Pro India in Zürich gegrün­det und gelei­tet hat­te und der im Sep­tem­ber 1914 aus der Schweiz nach Ber­lin gekom­men war, dass ein Auf­stand in Indi­en bevor­stün­de.[2] Auch Har Day­al (1884–1957), Mit­be­grün­der der Gha­dar (deutsch: Revo­lu­ti­on) Bewe­gung in Nord­ame­ri­ka und zu dem Zeit­punkt bereits in Euro­pa, war über­zeugt, dass eine Revo­lu­ti­on in Indi­en in Kür­ze zu erwar­ten sei.[3] Sowohl Har Day­al als auch Pil­lai wur­den akti­ve Mit­glie­der des IIC. Es war das ers­te von meh­re­ren Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees aus­län­di­scher Grup­pie­run­gen im Ber­li­ner Exil. Ihm folg­ten unter ande­rem Komi­tees per­si­scher, ägyp­ti­scher, geor­gi­scher oder iri­scher Natio­na­lis­ten (Bihl, 1975). Die­se  Komi­tees ent­stan­den mit Unter­stüt­zung des Aus­wär­ti­gen Amts, ins­be­son­de­re der NfO. In der prak­ti­schen Zusam­men­ar­beit mit den deut­schen Behör­den ent­zo­gen sie sich im Lau­fe des Krie­ges jedoch mehr und mehr der deut­schen Kon­trol­le und ver­folg­ten unter­schied­li­che, natio­na­lis­ti­sche Zie­le.

Abb. 1 Max Frei­herr von Oppen­heim. Quel­le: https://secure.i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/03001/Oppenheim_3001312c.jpg

Wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges wur­de Ber­lin zu einem bedeu­ten­den Zen­trum poli­ti­scher Akti­vi­tä­ten indi­scher Natio­na­lis­ten und Revo­lu­tio­nä­re. Inder, die sich im Som­mer 1914 in Deutsch­land bzw. in Euro­pa auf­hiel­ten, ver­knüpf­ten mit dem Aus­bruch des Krie­ges die Erwar­tung, von deut­scher Sei­te akti­ve Unter­stüt­zung in ihrem anti­ko­lo­nia­len Kampf zu erhal­ten. Die deut­schen Behör­den ihrer­seits ver­ban­den mit die­ser Zusam­men­ar­beit die Hoff­nung, anti­bri­ti­sche Kräf­te zu stär­ken und eige­ne Posi­tio­nen wäh­rend des Krie­ges sowie dar­über hin­aus aus­zu­bau­en. Dies ent­sprach der domi­nie­ren­den deut­schen mili­tär- und außen­po­li­ti­schen Stra­te­gie, die Fritz Fischer als “Pro­gramm zur Revo­lu­tio­nie­rung” cha­rak­te­ri­sier­te. Revo­lu­ti­on war aus der Sicht Fischers durch­aus ein Kriegs­ziel,  das auf eine Unter­stüt­zung anti­ko­lo­nia­ler Kräf­te und damit auf eine Schwä­chung der euro­päi­schen Kolo­ni­al­mäch­te, d.h. der Kriegs­geg­ner Deutsch­lands, gerich­tet war (Fischer, 1984; Jenkins, 2013). Ein Mit­tel zur Umset­zung die­ser Ziel­stel­lung war die “Auf­wie­ge­lung” anti­ko­lo­nia­ler Bevöl­ke­rungs­grup­pen im glo­ba­len Maß­stab. Sie umfass­te die Unter­stüt­zung von flä­mi­schen, iri­schen oder per­si­schen Natio­na­lis­ten eben­so wie die Zusam­men­ar­beit mit geor­gi­schen, ägyp­ti­schen und indi­schen anti­ko­lo­nia­len poli­ti­schen Kräf­ten. Die von Max von Oppen­heim zunächst ent­wi­ckel­te, in der inter­na­tio­na­len aka­de­mi­schen Welt inten­siv dis­ku­tier­te deut­sche “Jihad-Stra­te­gie” ( Loth, 2014; Lüd­ke, 2015; Zür­cher, 2016), war dem­entspre­chend ledig­lich ein, wenn auch zen­tra­ler, Bestand­teil weit­aus umfas­sen­der impe­ria­ler außen­po­li­ti­scher Bestre­bun­gen.

Das Indische Unabhängigkeitskomitee: Ziele und Netzwerke

Abb. 2 Viren­dra­nath Chat­topa­dya­ya. Quel­le: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6b/Biren_Chattopadhyaya.jpg

Ein Blick auf den Grün­dungs­pro­zess des Indi­schen Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees macht deut­lich, dass die Orga­ni­sa­to­ren auf Bestehen­des zurück grei­fen konn­ten. Bereits exis­tie­ren­de trans­lo­ka­le poli­ti­sche Netz­wer­ke und Struk­tu­ren wur­den teil­wei­se nach Ber­lin ver­la­gert und neu geord­net. Ande­re Orte, die zuvor eine zen­tra­le Rol­le in der poli­ti­schen Arbeit gespielt hat­ten, wie Lon­don oder Paris waren spä­tes­tens mit Beginn des Krie­ges zu gefähr­lich für (nicht nur indi­sche) anti­ko­lo­nia­le Akti­vi­tä­ten gewor­den. Das Ber­li­ner Indi­en­ko­mi­tee stell­te, mit Hil­fe der NfO, Kon­tak­te zur 1913 in Kali­for­ni­en ent­stan­de­nen Gha­dar Bewe­gung und zu bereits exis­tie­ren­den euro­päi­schen Netz­wer­ken indi­scher Revo­lu­tio­nä­re in Lon­don, Bern, Genf und Zürich her, um von dort Mit­glie­der für das neu gegrün­de­te Komi­tee zu rekru­tie­ren. Chem­pa­ka­ra­man Pil­lai, der in der Schweiz das Pro India Com­mit­tee gegrün­det hat­te und dort auch die Zei­tung Pro India her­aus­ge­ge­ben hat­te, Viren­dra­nath Chat­topad­hya­ya, der 1914 in Deutsch­land ein Stu­di­um begon­nen hat­te, sowie Har Day­al, der die Gha­dar Bewe­gung mit begrün­det hat­te, und ande­re ver­mit­tel­ten wei­te­re Kon­tak­te. Mehr als 50 Namen stan­den im Ver­lau­fe der Zeit im Zusam­men­hang mit dem IIC, dar­un­ter Abhi­nash Chan­dra Bhat­tacha­rya, Tarachand Roy, Man­sur Ahmad, Mau­la­vi Bar­ka­tul­lah, Tara­k­nath Das, Biren­dra­nath Das­gupta, Bupen­dra Nath Dut­ta oder die vor­wie­gend in Istan­bul agie­ren­den Brü­der Abdel Jabbar Khei­ri and Abdel Sattar Khei­ri (Man­ja­pra, 2014; Fischer-Tiné, 2015; Lie­bau, 2011a, 2014a; Oes­ter­held, 2004).

Die wich­tigs­ten Auf­ga­ben des IIC wider­spie­gel­ten, zumin­dest in der ers­ten Hälf­te des Krie­ges, sowohl die Inter­es­sen der anti­ko­lo­nia­len Akti­vis­ten als auch die Erwar­tun­gen und Zie­le des Aus­wär­ti­gen Amts. Zu den defi­nier­ten Zie­len gehör­te eine Mis­si­on nach Afgha­ni­stan zu orga­ni­sie­ren, die den Emir um Erlaub­nis ersu­chen soll­te, von afgha­ni­schem Ter­ri­to­ri­um aus mit einem bewaff­ne­ten indi­schen Batal­li­on in Indi­en ein­zu­drin­gen. Mit­glie­der des IIC waren in die berühm­te Afgha­ni­stan Mis­si­on invol­viert, die 1915 von Wer­ner Otto von Hen­tig (1886–1984) gelei­tet wur­de. Dar­über hin­aus soll­te eine Mis­si­on an den Per­si­schen Golf durch­ge­führt wer­den, um die indi­schen Sol­da­ten dort davon zu über­zeu­gen, nicht gegen die tür­ki­schen Trup­pen zu kämp­fen. Durch Pro­pa­gan­da unter den indi­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen in Meso­po­ta­mi­en soll­ten Frei­wil­li­ge für eine Indi­sche Legi­on gewon­nen wer­den. Unter den süd­asia­ti­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen in Deutsch­land soll­te anti-bri­ti­sche Pro­pa­gan­da orga­ni­siert wer­den mit dem Ziel, Gefan­ge­ne für den Kampf in der tür­ki­schen Armee zu gewin­nen. Mit­glie­der des Ber­li­ner Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees waren an der Her­stel­lung der pro­pa­gan­dis­ti­schen Lager­zei­tung “Hin­do­st­an” in Hin­di und in Urdu betei­ligt, die im Halb­mond­la­ger in Wüns­dorf, einem spe­zi­ell für Mus­li­me errich­te­ten Lager, ver­teilt wur­de (Oes­ter­held, 2004; Lie­bau 2011a/b; 2014a/b; Jenkins/Liebau/Schmid, forth­co­m­ing).

Abb. 3 Lala Har Day­al. Quel­le: https://en.wikipedia.org/wiki/Har_Dayal#/media/File:Hardayal_from_%22Young_India;_an_interpretation_and_a_history_of_the_nationalist_movement_from_within%22_(1916)_(14781991012).jpg

Eine ent­schei­den­de Rol­le für die Stel­lung des IIC kam der tür­ki­schen Sei­te und der in Istan­bul agie­ren­den Grup­pe indi­scher Natio­na­lis­ten zu. Kur­ze Zeit nach der Grün­dung des Komi­tees in Ber­lin wur­de auch in Istan­bul ein ent­spre­chen­des Komi­tee instal­liert. Mit­glie­der wech­sel­ten teil­wei­se zwi­schen den Stand­or­ten. Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Posi­tio­nen, Hier­ar­chi­en und Hand­lungs­stra­te­gi­en, sowie reli­giö­se Dif­fe­ren­zen waren an der Tages­ord­nung. Unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen der poli­ti­schen Lage in Euro­pa und in Indi­en und unter­schied­li­che Alli­an­zen führ­ten zu wei­te­ren Span­nun­gen. Im Hin­ter­grund zogen das Aus­wär­ti­ge Amt und der tür­ki­sche Geheim­dienst Tashki­lat-e Mahsu­sa ihre Fäden. Im Ver­lauf des Krie­ges wur­de offen­sicht­lich, dass die Plä­ne Indi­en zu revo­lu­tio­nie­ren und die deut­sche Jihad-Pro­pa­gan­da ins­ge­samt nicht den erhoff­ten Erfolg zei­tig­ten. Die Bestre­bun­gen des deut­schen Impe­ria­lis­mus, anti­ko­lo­nia­le Befrei­ungs­be­we­gun­gen zu instru­men­ta­li­sie­ren, waren geschei­tert. Die Komi­tees erkann­ten, dass sich die an die deut­sche Unter­stüt­zung geknüpf­ten Erwar­tun­gen nicht erfül­len wür­den. Das IIC reagier­te mit der Suche nach neu­en Wir­kungs­stät­ten in der Schweiz, den Nie­der­lan­den oder Schwe­den. 1917 eröff­ne­te Viren­dra­nath Chat­topad­hya­ya in Stock­holm ein neu­es Büro, das unter der Bezeich­nung Indis­ka Natio­nal­kom­mit­téen agier­te und mit dem in Ber­lin ver­blie­be­nen Teil des IIC Aus­ein­an­der­set­zun­gen dar­über führ­te, wer legi­ti­miert war, die indi­schen Natio­na­lis­ten in Euro­pa zu ver­tre­ten (Baroo­ah, 2004).[4]

Die Geschich­te des Ber­li­ner Indi­schen Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees ver­mit­telt nicht nur Ein­bli­cke in indi­sche anti­ko­lo­nia­le Bewe­gun­gen außer­halb des süd­asia­ti­schen Sub­kon­ti­nents und in deut­sche außen­po­li­ti­sche Stra­te­gi­en wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges. Mit­glie­der des Komi­tees fan­den spä­ter ihre Bestim­mung in unter­schied­li­chen welt­an­schau­li­chen, reli­giö­sen oder poli­ti­schen Kon­tex­ten. Neue­re For­schun­gen, die die Sicht der ver­schie­de­nen Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees stär­ker in den Mit­tel­punkt der Ana­ly­se rücken, unter­su­chen die Ver­bin­dun­gen die­ser Komi­tees unter­ein­an­der jen­seits deut­scher stra­te­gi­scher Absich­ten (Jenkins, Lie­bau, Schmid, forth­co­m­ing). Um die­se Geschich­ten sys­te­ma­tisch ver­fol­gen zu kön­nen, bedarf es der Ana­ly­se von wei­te­ren Archiv­be­stän­den unter­schied­li­cher natio­na­ler und poli­ti­scher Pro­ve­ni­enz, in Indi­en, Eng­land, der Tür­kei, Schwe­den oder in Russ­land.

Abb. 4 Chem­pa­ka­ra­man Pil­lai. Quel­le: https://en.wikipedia.org/wiki/Chempakaraman_Pillai#/media/File:Champakraman_Pillai.jpg

Das Kon­zept für die deut­sche Auf­wie­ge­lungs­stra­te­gie kann zurück­ge­führt wer­den auf ein von Max von Oppen­heim aus­ge­ar­bei­te­tes Memo­ran­dum, die “Denk­schrift betref­fend die Revo­lu­tio­nie­rung der isla­mi­schen Gebie­te unse­rer Feinde”(1914) (von Oppen­heim, 2018). Bereits kurz nach Kriegs­aus­bruch hat­te von Oppen­heim das Aus­wär­ti­ge Amt auf die Not­wen­dig­keit inten­si­ver pro­pa­gan­dis­ti­scher Aktio­nen, finan­zi­el­ler und mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung zur Auf­wie­ge­lung anti­ko­lo­nia­ler Kräf­te hin­ge­wie­sen und dafür die Grün­dung einer spe­zi­ell dar­auf aus­ge­rich­te­ten Insti­tu­ti­on ange­regt, der “Nach­rich­ten­stel­le für den Ori­ent”. Was auf den ers­ten Blick den Anschein eines Über­set­zungs- und Infor­ma­ti­ons­bü­ros erweck­te, war eine Insti­tu­ti­on von weit­rei­chen­der pro­pa­gan­dis­ti­scher und nach­rich­ten­dienst­li­cher Bedeu­tung. Hier wur­den Stra­te­gi­en zur Pro­pa­gan­da auf unter­schied­li­chen Ebe­nen ent­wi­ckelt: in den Kolo­ni­en und abhän­gi­gen Gebie­ten, unter den Kolo­ni­al­sol­da­ten an der Front und in den Gefan­ge­nen­la­gern sowie in neu­tra­len Län­dern. In unter­schied­li­chen Spra­chen wur­den ent­spre­chen­de Mate­ria­li­en erar­bei­tet, gedruckt und ver­brei­tet. Mit­ar­bei­ter der NfO waren sowohl Deut­sche (neben Diplo­ma­ten auch Wis­sen­schaft­ler, Mis­sio­na­re, Geschäfts­leu­te) als auch Ver­tre­ter der ver­schie­de­nen kolo­nia­len und abhän­gi­gen Regio­nen. Neben der Nach­rich­ten­stel­le für den Ori­ent war die Sek­ti­on III b der Poli­ti­schen Abtei­lung des Stell­ver­tre­ten­den Gene­ral­sta­bes unter Rudolf Nadol­ny für Ent­schei­dun­gen und Stra­te­gi­en im Bereich der Pro­pa­gan­da zustän­dig. Alle Akti­vi­tä­ten erfolg­ten so mit Bil­li­gung und unter Kon­trol­le des Aus­wär­ti­gen Amts und der Obers­ten Hee­res­lei­tung.

Unternehmungen und Aufwiegelungen in den Gebieten unserer Feinde. Indien“  und weitere relevante Aktensammlungen im PA AA

Die Akten des ins­ge­samt 48 Bän­de umfas­sen­den Unter­be­stan­des WK 11f “Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen in den Gebie­ten unse­rer Fein­de. Indi­en”, gehö­ren zum R-Bestand des Poli­ti­schen Archivs des Aus­wär­ti­gen Amts, der Doku­men­te aus der Zeit bis 1945 umfasst. Sie ent­hal­ten Unter­la­gen zum Zeit­raum von August 1914 bis April 1920, die die deut­schen außen­po­li­ti­schen Bestre­bun­gen wider­spie­geln, anti­ko­lo­nia­le Ent­wick­lun­gen in und mit Bezug zu Indi­en, der größ­ten bri­ti­schen Kolo­nie, zu beför­dern. Die Doku­men­te umfas­sen Kor­re­spon­den­zen, Berich­te und Ein­schät­zun­gen, Zei­tungs­aus­schnit­te, Pro­pa­gan­da­ma­te­ria­li­en sowie Unter­la­gen zu Ver­wal­tungs­vor­gän­gen. In ihrer Gesamt­heit geben sie einen Über­blick über die Arbeit des IIC und mit dem Komi­tee ver­bun­de­ner poli­ti­scher Akti­vis­ten, deren Hal­tun­gen, Absich­ten und Kon­flik­te – gese­hen und gefil­tert durch die Kon­trol­le und Per­spek­ti­ve der deut­schen Sei­te.

Erkundigungen

In den ers­ten Mona­ten des Welt­krie­ges geht es in den Unter­la­gen zum einen um Erkun­di­gun­gen zu Indern, die bereit wären, mit der deut­schen Sei­te zusam­men­zu­ar­bei­ten. Das AA hol­te Infor­ma­tio­nen über in Deutsch­land leben­de Inder sowie von Diplo­ma­ten aus ver­schie­de­nen Län­dern, zum Bei­spiel aus der Schweiz, ein. Inder, wie der in Zürich leben­de Chem­pa­ka­ra­man Pil­lai oder der in Hal­le stu­die­ren­de Abhi­nash Bhat­ta­cha­ri­ya such­ten ihrer­seits den Kon­takt zu deut­schen Behör­den und lote­ten Chan­cen einer Zusam­men­ar­beit aus. Sie gaben wei­te­re Kon­takt­emp­feh­lun­gen und Ein­schät­zun­gen über poli­ti­sche Akti­vis­ten, die für die Mit­ar­beit in einem Komi­tee in Fra­ge kom­men könn­ten. Die­se Ein­schät­zun­gen konn­ten Emp­feh­lungs­cha­rak­ter tra­gen, oder auch War­nun­gen beinhal­ten. Zum ande­ren gibt es in den ers­ten Mona­ten eini­ge Lage­be­rich­te zu Indi­en. Die zen­tra­le Fra­ge lau­te­te, wie schätzt der Autor die poli­ti­sche Situa­ti­on ein und sieht er Kräf­te und Mög­lich­kei­ten für anti-bri­ti­sche Erhe­bun­gen im Lan­de. Autoren die­ser Lage­be­rich­te waren deut­sche Geschäfts­leu­te, Mis­sio­na­re oder Wis­sen­schaft­ler sowie Inder, die die Zusam­men­ar­beit mit der deut­schen Sei­te such­ten. Im Sep­tem­ber 1914 berich­te­te Max von Oppen­heim von der Grün­dung “sei­nes” Inder­ko­mi­tees in Ber­lin.[5]

Korrespondenzen

Des wei­te­ren ent­hal­ten die Akten umfang­ei­che Kor­re­spon­den­zen zwi­schen dem Aus­wär­ti­gen Amt in Ber­lin und diver­sen deut­schen Ver­tre­tun­gen im Aus­land, vor allem in der Tür­kei, sowie Kor­re­spon­denz zwi­schen dem IIC und dem AA, ein­zel­nen Indern und dem AA. Die­se Kor­re­spon­denz betraf die orga­ni­sa­to­ri­sche und per­so­nel­le Arbeit, in ers­ter Linie im Bereich der Pro­pa­gan­da und bezo­gen auf die diver­sen poli­tisch-mili­tä­ri­schen Mis­sio­nen, in die Ver­tre­ter des IIC invol­viert waren. Im Zusam­men­hang mit der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung die­ser Akti­vi­tä­ten ent­hal­ten die Akten zahl­rei­che Doku­men­te zu lang­wie­ri­gen Ver­wal­tungs- und Ent­schei­dungs­pro­zes­sen. Dabei ging es um die Logis­tik des Vor­ge­hens, auch um finan­zi­el­le und per­so­nel­le Über­le­gun­gen, die zwi­schen dem AA, der Abtei­lung IIIb des Gene­ral­sta­bes des Hee­res sowie ver­schie­de­nen Nie­der­las­sun­gen wie Bot­schaf­ten, Gesandt­schaf­ten und Kon­su­la­ten aus­ge­tauscht wur­den.

Berichte

Eine wei­te­re Kate­go­rie sind Lage­be­rich­te, Arbeits­be­rich­te, Berich­te über Obser­vie­run­gen ein­zel­ner Per­so­nen und Memo­ran­den. Die Akten ent­hal­ten zum Bei­spiel meh­re­re aus­führ­li­che Berich­te über die Arbeit des indi­schen Komi­tees in Istan­bul oder über die so genann­te Bag­dad-Mis­si­on und die ver­geb­li­chen Bemü­hun­gen zur Bil­dung einer Indi­schen Legi­on in Meso­po­ta­mi­en. Ab 1917 kom­men Berich­te der von Viren­dra­nath Chat­topad­hya­ya gelei­te­ten Nie­der­las­sung des Komi­tees in Stock­holm hin­zu. Die­se von Ver­tre­tern des Indi­schen Komi­tees ver­fass­ten Berich­te wur­den von den zustän­di­gen deut­schen Behör­den kom­men­tiert und mit Hand­lungs­an­wei­sun­gen ver­se­hen. Im Auf­trag des Aus­wär­ti­gen Amts wur­den ein­zel­ne Inder von deut­scher Sei­te obser­viert. So recher­chier­te Hel­muth von Gla­sen­app zum Bei­spiel über den in Zürich leben­den Revo­lu­tio­när und Gelehr­ten Shyam­ji Krish­na­var­ma (1857–1930) oder lie­fer­te Berich­te über die von Chem­pa­ka­ra­man Pil­lai in deut­schen Städ­ten gehal­te­nen Vor­trä­ge. Zu ein­zel­nen Per­so­nen, bei­spiels­wei­se zu Chat­topad­hya­ya, leg­te das Aus­wär­ti­ge Amt geson­der­te Akten­vor­gän­ge an. Die­se befin­den sich in den bereits erwähn­ten Bei­ak­ten “Per­so­na­lia” (R 21119-R 21122). 

Weitere Akten

Nicht nur die indi­en­be­zo­ge­nen Akten in dem Bestand WK 11 “Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen” geben Infor­ma­tio­nen zur Arbeit des Ber­li­ner IIC. Bezü­ge fin­den sich in den Akten zu ande­ren Län­dern, vor allem zu Per­si­en (WK 11e), Ägyp­ten (WK 11g) oder Irland (Wk 11k). Mit Ver­tre­tern die­ser Unab­hän­gig­keits­ko­mi­tees arbei­te­te das IIC in ver­schie­de­nen Berei­chen zusam­men. Zur pro­pa­gan­dis­ti­schen Arbeit des IIC unter den indi­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen in Deutsch­land fin­den sich Infor­ma­tio­nen unter dem Akten­zei­chen WK 11s “Unter­neh­mun­gen und Auf­wie­ge­lun­gen gegen unse­re Fein­de – Tätig­keit in den Gefan­ge­nen­la­gern Deutsch­lands”. Die­se Akten begin­nen mit der Signa­tur R 21244 im Okto­ber 1914 und enden mit R 21262 im Dezem­ber 1919. Die spe­zi­el­le Tätig­keit ein­zel­ner Mit­glie­der des IIC für die Nach­rich­ten­stel­le für den Ori­ent, dar­un­ter die Mit­ar­beit bei der Her­aus­ga­be der Lager­zei­tung Hin­do­st­an in Hin­di und Urdu, wider­spie­geln die Akten zur NfO. Unter dem Akten­zei­chen Deutsch­land 126 adh.1 begin­nen die 27 Bän­de mit der Signa­tur R 1510 im Janu­ar 1915 und enden mit R 1536 im Dezem­ber 1919.

Endnoten

[1] PA AA, R  21080, von Oppen­heim in einem Begleit­brief zu einen Memo­ran­dum von Josef Horo­vitz über die Lage der Mus­li­me in Indi­en, 11. März 1915.
[2] PA AA, R 21070, Tele­gramm des Kai­ser­li­chen Gesand­ten in der Schweiz, Frei­herr von Rom­berg, an das Aus­wär­ti­ge Amt, 8. Sep­tem­ber 1914.
[3] PA  AA, R 21071, Tele­gramm von Frei­herr von Wan­gen­heim an das Aus­wär­ti­ge Amt, Kon­stan­ti­no­pel, 13. Sep­tem­ber 1914.
[4] PA AA, R 21111, Bericht des Indis­ke Natio­nal­kom­mit­téen in Stock­holm an das Indian Com­mit­tee Ber­lin-Char­lot­ten­burg, 17. Janu­ar 1918. 
[5] PA AA, R 21071, Mit­tei­lung Max von Oppen­heim an Otto Gün­ther von Wesen­donk, 11. Sep­tem­ber 1914.

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