Das deutsche Netzwerk rund um den dӓnischen Botaniker und Superintendenten des Botanischen Gartens von Kalkutta Nathaniel Wallich (1786–1854)


INHALT Deut­sche in den Kolo­ni­enDer deutsch­spra­chi­ge Raum  |   Archi­ve und Bestän­de |   Quel­len und Lite­ra­tur  

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Nach einem Medi­zin­stu­di­um in Kopen­ha­gen begab sich 1807 der schon zu die­ser Zeit bota­nisch inter­es­sier­te, aus einer deutsch-jüdi­schen Fami­lie stam­men­de Natha­ni­el Wal­lich nach Seram­po­re nahe Kal­kut­ta, um dort als Arzt der dӓni­schen Han­dels­kom­pa­nie zu arbei­ten. Als das dӓni­sche Seram­po­re nur kurz danach im Zuge der Napo­leo­ni­schen Krie­ge von den Bri­ten besetzt wor­den war, wur­de Wal­lich zun­ӓchst zu einem Gefan­ge­nen. Sei­ne Pro­fes­si­on als Arzt war jedoch gera­de unter den Euro­pä­ern in den Kolo­ni­en gefragt und er konn­te sich schnell gute Kon­tak­te zu ein­fluss­rei­chen Per­sön­lich­kei­ten wie den Mit­glie­dern der Asia­tic Socie­ty, den bri­ti­schen bap­tis­ti­schen Mis­sio­na­ren rund um Wil­liam Carey und Wil­liam Ward in Seram­po­re oder dem Lei­ter des Bota­ni­schen Gar­tens von Kal­kut­ta Wil­liam Rox­burgh auf­bau­en. Hier­zu tru­gen nicht zuletzt auch sei­ne star­ken bota­ni­schen Inter­es­sen bei. Bei­des brach­te ihn 1817 letzt­lich in die Posi­ti­on des Super­in­ten­den­ten des Bota­ni­schen Gar­tens von Kal­kut­ta. Von hier aus star­te­te Wal­lich über die Jahr­zehn­te hin­weg ver­schie­de­ne For­schungs- und Erho­lungs­rei­sen zum Bei­spiel nach Nepal oder Assam, nach Sin­ga­pur, in die Kap­ko­lo­nie und nach Mau­ri­ti­us und sein Kor­re­spon­denz­netz­werk wur­de immer glo­ba­ler, reich­te ver­ein­zelt bis in die USA, nach Bra­si­li­en und nach Aus­tra­li­en (Krie­ger 2014, 2017a, Har­ri­son 2011, Arnold 2008).

In den Jah­ren 1828 bis 1832 hielt sich der Bota­ni­ker wie­der in Euro­pa auf und ver­teil­te mit der Erlaub­nis sei­nes Arbeit­ge­bers, der EIC, von Lon­don aus inter­na­tio­nal koor­di­niert sei­ne aus Indi­en mit­ge­brach­ten Pflan­zen­samm­lun­gen und Dublet­ten zur wei­te­ren Aus­wer­tung an den jewei­li­gen Exper­ten für die spe­zi­el­len Fami­li­en. Allein schon aus zeit­li­chen Grün­den war es ihm schlicht unmög­lich, ganz allei­ne eine Ana­ly­se des zusam­men­ge­tra­ge­nen Mate­ri­als vor­zu­neh­men. Des­halb bezog er nun renom­mier­te Bota­ni­ker aus ganz Euro­pa mit ein (Krie­ger 2017a, Har­ri­son 2011, Wal­lich 1830). So fin­den sich in sei­ner Kor­re­spon­denz neben berühm­ten bri­ti­schen Namen wie Geor­ge Ben­t­ham, Wil­liam Jack­son Hoo­ker, Robert Brown oder Robert Gre­vil­le, auch sol­che aus Däne­mark, Frank­reich, aus der Schweiz und eine gan­ze Rei­he von For­schern aus dem wei­te­ren deutsch­spra­chi­gen Raum bezie­hungs­wei­se von Deut­schen, die selbst im Aus­land tätig waren.

Wal­lich selbst hat sei­ne umfang­rei­chen Brief­wech­sel, die heu­te im Cen­tral Natio­nal Her­ba­ri­um im Bota­ni­schen Gar­ten von Kolka­ta ver­wahrt wer­den, in Form eines chro­no­lo­gi­schen Index sys­te­ma­tisch ver­zeich­net. Dar­in fin­den sich auch Anga­ben zu Brie­fen, die nicht mehr über­lie­fert sind, wie der Bota­ni­ker auch zuwei­len bio­gra­phi­sche Zusatz­an­ga­ben zu bestimm­ten Per­so­nen ein­ge­fügt hat. Lei­der endet der Index bereits im Jah­re 1831, ist also unvoll­stän­dig. Die Brie­fe selbst, die in den meis­ten Fäl­len an Wal­lich gerich­tet waren, wur­den gebun­den und lie­gen eben­falls chro­no­lo­gisch geord­net in Jah­res­bӓn­den (manch­mal meh­re­re Jahr­gän­ge umfas­send) vor. In vie­len Fäl­len sind das Ein­gangs­da­tum und sogar das Datum der Ant­wort auf ihnen ver­zeich­net. Das Papier ist aller­dings hin und wie­der in einem schlech­ten oder in einem sehr schlech­ten Zustand. Eini­ge Brie­fe haben sich aus der Bin­dung gelöst, befin­den sich nicht mehr in ihrem Ursprungs­band und sind des­halb heu­te, wenn sie kein Datum ent­hal­ten oder es nicht kon­kret aus ihrem Inhalt her­vor­geht, schwie­rig zu datie­ren.

Umso wich­ti­ger wer­den wei­te­re Archi­ve, die ergän­zend zu den Brief­be­stän­den in Kolka­ta zu Rate gezo­gen wer­den kön­nen. Neben den ein­schlä­gi­gen bri­ti­schen und däni­schen Archi­ven, d. h. den Bestän­den der dor­ti­gen Ost­in­di­en­kom­pa­ni­en, der ver­schie­de­nen Wis­sen­schafts­ge­sell­schaf­ten, der Bota­ni­schen Gӓr­ten in Kew (und anders­wo in Groß­bri­tan­ni­en) sowie in Kopen­ha­gen kom­men auch deut­sche Archi­ve vor allem mit ihren Nach­läs­sen von ein­zel­nen Bota­ni­kern in Betracht. In ihnen wer­den ab und an die Brie­fe von Wal­lich selbst ver­wahrt, die in Kolka­ta nur manch­mal in Abschrift oder als Ent­wurf vor­lie­gen. Eben­so fin­den sich Tei­le der dort nicht (mehr) vor­han­de­nen oder beschä­dig­ten Kor­re­spon­denz wie­der. Hin­zu kom­men die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Bota­ni­ker unter­ein­an­der über Wal­lich und Indi­en und der welt­wei­te Aus­tausch, so dass auch Bestän­de etwa in Kap­stadt oder Syd­ney rele­vant wer­den. Mit Hil­fe die­ser Quel­len las­sen sich die Pra­xis und der kon­kre­te Ablauf der bota­ni­schen For­schung und Kom­mu­ni­ka­ti­on über Indi­en und noch dar­über hin­aus, die Rol­le glo­ba­ler sozia­ler Netz­wer­ke dabei, aber auch Kar­rie­restra­te­gi­en und Patro­na­ge­struk­tu­ren der ein­zel­nen Akteu­re und Insti­tu­tio­nen unter­su­chen. Über allem steht auch die Fra­ge nach der Par­ti­zi­pa­ti­on deut­scher Akteu­re an der impe­ria­len Durch­drin­gung Indi­ens. Denn immer­hin betei­lig­ten sich auch zu die­ser Zeit schon deutsch­spra­chi­ge Bota­ni­ker am empi­re of know­ledge, pro­fi­tier­ten von des­sen Samm­lun­gen und dem inter­na­tio­na­len Aus­tausch, nah­men mit eige­nen Bei­trä­gen dar­an teil, schu­fen oder stütz­ten, bewusst oder unbe­wusst, mit ihrem wis­sen­schaft­li­chen Sach­ver­stand das kolo­nia­le Manage­ment der Öko­sys­te­me und letzt­lich auch deren Aus­beu­tung. Die Bota­nik war oft­mals eng ver­quickt mit poli­ti­schen und büro­kra­ti­schen Struk­tu­ren und bei­de Sei­ten waren auf­ein­an­der ange­wie­sen.

Deutsche in den Kolonien

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Im Gelehr­ten­netz­werk Wal­lichs, das sich nicht auf rei­ne Pflan­zen­kund­ler beschränk­te, son­dern gene­rell Natur­for­scher, aber auch Phi­lo­lo­gen und His­to­ri­ker umfass­te, neh­men deutsch­spra­chi­ge For­scher einen nicht unbe­trächt­li­chen Raum ein. Dabei ist gene­rell zwi­schen den­je­ni­gen on the spot, also den­je­ni­gen die sich qua­si auf dem Feld in Indi­en oder in ande­ren Kolo­ni­en befan­den und selbst sam­mel­ten, und den­je­ni­gen, die ledig­lich in ihrer hei­mi­schen Gelehr­ten­stu­be Mate­ri­al und Brie­fe mit Wal­lich aus­tausch­ten, zu unter­schei­den. Bei Letz­te­ren han­del­te es sich zumeist um Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren oder um die Lei­tungs­ebe­ne bota­ni­scher Gär­ten, wäh­rend Ers­te­re oft­mals auch Ama­teur-Bota­ni­ker sein konn­ten, die neben ihrer Haupt­tä­tig­keit zum Bei­spiel als Mis­sio­nar, als Schiffs­ka­pi­tän, als Apo­the­ker oder im Mili­tär Pflan­zen und Tie­re sam­mel­ten. Über­gän­ge waren flie­ßend. Wal­lich selbst war vor der Über­nah­me des Bota­ni­schen Gar­tens Arzt gewe­sen. Ein zen­tra­ler Bestand­teil sei­ner Aus­bil­dung war jedoch auch die Bota­nik (Krie­ger 2014) – glei­ches galt im Übri­gen für Apo­the­ker, die wegen man­geln­der Per­spek­ti­ven in Euro­pa im 19. Jahr­hun­dert zahl­reich in die Kolo­ni­en aus­wan­der­ten. Zu den genann­ten Akteu­ren der Brief­wech­sel kom­men noch deut­sche Per­so­nen, die selbst nicht bota­ni­sier­ten, jedoch Hil­fe dabei boten, indem sie etwa Infra­struk­tur und Logis­tik bereit­stell­ten oder wert­vol­le Kon­tak­te ermög­lich­ten. So nahm Wal­lich 1843 an einer Ver­mes­sungs­ex­pe­di­ti­on in Süd­afri­ka teil, die er für bota­ni­sche Exkur­sio­nen in die Zedern­ber­ge nut­zen woll­te (Krie­ger 2017a). Die Kap­ko­lo­nie wur­de oft als Zwi­schen­sta­ti­on von den Schif­fen von und nach Indi­en ange­lau­fen, zum Bei­spiel um Pro­vi­ant auf­zu­neh­men. Eini­ge deut­sche Bota­ni­ker und Ama­teur­for­scher, wie der Ber­li­ner Adel­bert von Cha­mis­so 1818 (Cha­mis­so 1836), nutz­ten die­sen Auf­ent­halt auch für klei­ne­re Exkur­sio­nen und such­ten dabei Anschluss bei den nicht weni­gen bereits in Kap­stadt ansäs­si­gen Deut­schen, die sich auf­fäl­lig häu­fig aus der Phar­ma­zie rekru­tier­ten und eben­falls bota­ni­sier­ten. Für die Ver­mes­sungs­ex­pe­di­ti­on nahm Wal­lich hin­ge­gen Kon­takt zur Rhei­ni­schen Mis­si­on in der Mis­si­ons­sta­ti­on Wup­per­thal auf, die ein­hei­mi­sche Trӓger, Och­sen­wa­gen und Nah­rungs­mit­tel orga­ni­sie­ren soll­te. Oft­mals befan­den sich die Mis­sio­na­re ja bereits in Gebie­ten, die von den Euro­pä­ern noch nicht erschlos­sen oder gänz­lich unbe­kannt waren und konn­ten so auch Orts­kennt­nis und eine Basis bie­ten. In Wal­lichs Kor­re­spon­denz fin­det sich etwa eine ihm von der Rhei­ni­schen Mis­si­on zur Ver­fü­gung gestell­te Kar­te der Kap­ko­lo­nie, in der die ver­schie­de­nen Sta­tio­nen unter­schied­li­cher Mis­si­ons­ge­sell­schaf­ten ver­zeich­net waren. Umge­kehrt unter­stütz­te der Bota­ni­ker und Arzt die Mis­sio­na­re bei­spiels­wei­se bei medi­zi­ni­schen Pro­ble­men, waren doch gera­de im rura­len Raum Medi­zi­ner rar.

Schon lan­ge vor Wal­lichs Süd­afri­ka­auf­ent­halt hat­ten ihn ver­schie­de­ne deut­sche Bota­ni­ker von dort aus in Kal­kut­ta ange­schrie­ben, so der unter dem Namen Baron Lud­wig bekann­te Apo­the­ker Carl Fer­di­nand Hein­rich von Lud­wig. Der Würt­tem­ber­ger hat­te es in der kolo­nia­len Gesell­schaft Kap­stadts zu beträcht­li­chem wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ein­fluss gebracht. Sei­ne eigent­li­che Lei­den­schaft galt jedoch dem Bota­ni­sie­ren, was unter ande­rem dazu führ­te, dass er einen bota­ni­schen Gar­ten auf­bau­te, der von immer mehr europӓi­schen Gӓs­ten besucht wur­de (Brad­low 1965). Für sei­nen Gar­ten befand er sich stän­dig auf der Suche nach Pflan­zen aus allen Tei­len der Welt und mit die­sem Ansin­nen hat­te er auch Wal­lich in Kal­kut­ta kon­tak­tiert. Ähn­li­che Kon­takt­auf­nah­men erfolg­ten auch von den am Kap ansäs­si­gen deut­schen Bota­ni­kern Carl Wil­helm Lud­wig Pap­pe, einem Medi­zi­ner, Karl Lud­wig Phil­ipp Zey­her und Chris­ti­an Fried­rich Eck­lon, bei­des Apo­the­ker. In die­sen Fäl­len hat­ten zwei Schiffs­ka­pi­tä­ne, gewis­ser­ma­ßen als per­sön­li­che Ver­bin­dungs­glie­der auf der Rou­te zwi­schen Kap­stadt und Kal­kut­ta, den Kon­takt ange­bahnt. Im Aus­tausch für süd­asia­ti­sche Pflan­zen boten die deut­schen Bota­ni­ker Wal­lich süd­afri­ka­ni­sche an. Der Dӓne besuch­te sie spä­ter alle wäh­rend sei­nes Auf­ent­hal­tes in Kap­stadt und es fand ein reger Aus­tausch mit Umver­tei­lun­gen bei­spiels­wei­se nach Indi­en, Eng­land oder Deutsch­land statt. Kap­stadt dien­te dabei als zen­tra­ler Kno­ten­punkt für Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Es fällt auf, dass in den Brief­wech­seln Wal­lichs mit den Mis­sio­na­ren der Kap­ko­lo­nie kei­ner­lei bota­ni­sche Fra­gen behan­delt wer­den. Das ist ein deut­li­cher Unter­schied zur Kor­re­spon­denz mit Mis­sio­na­ren in Süd­asi­en, die sich eif­rig als Samm­ler und zum Teil als For­scher betä­tig­ten und schon aus die­sem Grun­de den Kon­takt zu Wal­lich und ande­ren Natur­for­schern such­ten. Der Herrn­hu­ter Ben­ja­min Hey­ne gehör­te genau­so dazu wie Bern­hard Schmid und ande­re. Zu nen­nen sind dane­ben eini­ge deut­sche Mis­sio­na­re der seit 1706 in und um Tran­que­bar mis­sio­nie­ren­den Dänisch-Eng­lisch-Hal­le­schen Mis­si­on wie Chris­toph Samu­el John, Johann Gott­fried Klein oder Johann Peter Rott­ler, die bereits mit Wal­lichs Vor­gän­ger Wil­liam Rox­burgh in Kal­kut­ta bekannt waren (Robin­son 2008). Tei­le ihrer Indi­en­samm­lun­gen ver­gab Wal­lich spä­ter in Euro­pa auch an deut­sche Bota­ni­ker zur wei­te­ren Aus­wer­tung. Mit Abstand am Bedeut­sams­ten blie­ben jedoch die bri­ti­schen Bap­tis­ten aus Seram­po­re, die im Unter­schied zu den süd­in­di­schen Mis­sio­na­ren allein schon geo­gra­phisch sehr viel mehr Nähe zu Wal­lich und des­sen Fami­lie besa­ßen. Die über­al­ter­te Dänisch-Eng­lisch-Hal­le­sche Mis­si­on befand sich bereits im Nie­der­gang, die Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne hat­te sich bei Ankunft Wal­lichs schon aus Ben­ga­len und dann bald über­haupt aus Indi­en ver­ab­schie­det. Für die ver­blie­be­nen, hӓu­fig eher pre­kär leben­den Mis­sio­na­re war das Sam­meln und der Ver­kauf von Pflan­zen manch­mal ein erfolgs­ver­spre­chen­des Geschӓfts­mo­dell. Sol­ches galt zum Bei­spiel für Schmid, der, nach­dem die Church Mis­si­on Socie­ty ihn 1845 nicht mehr unter­stüt­zen konn­te, in den Nil­gi­ri­ber­gen beab­sich­tig­te einen eige­nen Bota­ni­schen Gar­ten anzu­le­gen, um von dort Pflan­zen der gan­zen Welt nach Eng­land zu ver­kau­fen. Die Mis­si­ons­zen­tra­len in Euro­pa hie­ßen sol­cher­lei Akti­vitӓ­ten nicht immer gut. Den­noch waren ver­gleichs­wei­se vie­le Mis­sio­na­re an Natur­for­schun­gen betei­ligt, neben den bis­her schon genann­ten Grup­pen bei­spiels­wei­se auch aus der Bas­ler Mis­si­on.

Die mit Wal­lich in Kon­takt ste­hen­den Militӓrs gehör­ten zumeist der bri­ti­schen Armee an. Die mili­tä­risch ori­en­tier­ten Indi­en­rei­sen­den Leo­pold von Orlich oder Wer­ner Fried­rich Hoff­meis­ter, der den Prin­zen Wal­de­mar von Preu­ßen bei des­sen Indi­en­rei­se beglei­te­te, erwӓh­nen in ihren publi­zier­ten Rei­se­be­schrei­bun­gen kurz auch den Bota­ni­schen Gar­ten in Kal­kut­ta, das dor­ti­ge Muse­um oder auch Wal­lich (Orlich 1845, Hoff­meis­ter 1847, Orio­la 1853). Von ihnen fin­den sich aber kei­ne Brie­fe in der Kor­re­spon­denz Wal­lichs. Von Orlich wird ledig­lich indi­rekt erwӓhnt. Sie beschäf­tig­ten sich häu­fig mit öko­no­mi­schen The­men wie etwa dem Opi­um­an­bau in Pat­na. Hoff­meis­ter und von Orlich stan­den auch in Kon­takt mit Alex­an­der von Hum­boldt. Ers­te­rer ver­fass­te Abhand­lun­gen über in Indi­en gesam­mel­te Pflan­zen und Vege­ta­ti­ons­zo­nen und nahm eige­ne Mes­sun­gen vor. Sein Indi­en­her­ba­ri­um schick­te er zur Aus­wer­tung an Johann Fried­rich Klotzsch, den Kus­tos des Bota­ni­schen Gar­tens in Ber­lin (Hoff­meis­ter 1846, Klotzsch, Garcke 1862).

Weit bedeut­sa­mer aber waren deut­sche For­schungs­rei­sen­de, die aller­dings nur sel­ten die Erlaub­nis der EIC erhiel­ten in Indi­en zu for­schen. Riva­litӓ­ten spiel­ten dabei durch­aus eine Rol­le, wobei es von Bota­ni­ker­sei­te auch Auf­for­de­run­gen gab, die Deut­schen stӓr­ker ein­zu­be­zie­hen. Mehr zufӓl­lig war Wal­lichs Begeg­nung mit dem aus Ber­lin stam­men­den Nef­fen des Bota­ni­kers Rudolph Aman­dus Phil­ip­pi, Carl Theo­dor. Letz­te­rer wur­de wäh­rend einer eige­nen Süd­ost­asi­en­rei­se zu einem kurz­zei­ti­gen Teil­neh­mer der däni­schen Gala­thea-Expe­di­ti­on, die 1845 bis 1847 die Welt umrun­de­te, eini­ge Unter­su­chun­gen auf den Niko­ba­ren vor­nahm und dabei unter ande­rem auch Kal­kut­ta besuch­te. Phil­ip­pi sam­mel­te eini­ge Mol­lus­ken, die spä­ter von sei­nem Onkel beschrie­ben wur­den (Kabat, Coan 2017). Von Wal­lich erhielt Carl Theo­dor in Kal­kut­ta auch Samen und Pflan­zen, die er wei­ter nach Ber­lin schick­te, wo sie unter ande­rem von Alex­an­der von Hum­boldt und eini­gen Poli­ti­kern an ver­schie­de­ne Bota­ni­ker wei­ter ver­teilt wur­den (Krie­ger 2017b). Preu­ßisch-kolo­nia­le Inter­es­sen deu­ten sich hier eben­falls an, sen­de­te Phil­ip­pi doch auch ver­schie­de­ne Pro­ben von Edel­me­tal­len nach Ber­lin. Der Kapi­tän der Gala­thea, Ste­en Bil­le, zeig­te sich inter­es­siert am Urteil Phil­ip­pis über eine mög­li­che „Urbar­ma­chung“ der Niko­ba­ren durch die Dänen (Bil­le 1852, 169). Inten­si­ver gestal­te­ten sich Wal­lichs Kon­tak­te zu dem Böh­men Johann Wil­helm Hel­fer und sei­ner Frau Pau­li­ne. Hel­fer hat­te unter ande­rem 1836 an der Euphrat-Expe­di­ti­on Colo­nel Ches­neys teil­ge­nom­men, war dann wei­ter nach Indi­en gereist, wo er ver­such­te über Vor­trä­ge auf bestimm­te The­men auf­merk­sam zu machen und so For­schungs­auf­trä­ge ein­zu­wer­ben. Vor­der­grün­dig beton­te er dabei – ganz im Sin­ne der EIC – mer­kan­ti­le Inter­es­sen, hin­ter­grün­dig ging es ihm aber auch um die Natur­for­schung (Nos­tiz 2004). Wal­lich wur­de zu einem ent­schei­den­den Tür­öff­ner für eine von der EIC finan­zier­te Expe­di­ti­on nach Ten­as­se­rim, für die Hel­fer Emp­feh­lungs­schrei­ben und Instruk­tio­nen von dem Bota­ni­ker erhielt. Umge­kehrt unter­rich­te­te der For­schungs­rei­sen­de Wal­lich per Brief über Schwie­rig­kei­ten und Ergeb­nis­se sei­ner Rei­se, wobei er immer ver­such­te allen För­de­rern gerecht zu wer­den, indem er Wal­lich gegen­über beson­ders sei­ne bota­ni­schen Inter­es­sen beton­te, sich aber haupt­säch­lich mit Fra­gen der Roh­stoff­su­che (Holz, Stein­koh­le etc.) für die Bri­ten beschäf­tig­te. 

Der deutschsprachige Raum

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Der Brief­ver­kehr Wal­lichs mit Per­so­nen im deutsch­spra­chi­gen Raum fand vor­nehm­lich wäh­rend sei­nes Euro­pa­auf­ent­hal­tes zwi­schen 1828 und 1832 statt, was frei­lich mit der groß­zü­gi­gen Ver­tei­lung sei­ner aus Indi­en mit­ge­brach­ten Pflan­zen­samm­lun­gen zusam­men­hing. Zuvor fin­den sich nur weni­ge sol­che direk­ten Kon­tak­te, anschlie­ßend bestan­den eini­ge noch län­ger fort, ent­wi­ckel­ten sich gera­de­zu zu Freund­schaf­ten. Der Bota­ni­ker Johann Georg Chris­ti­an Leh­mann, sei­nes Zei­chens Pro­fes­sor für Natur­ge­schich­te und Begrün­der des Ham­bur­ger Bota­ni­schen Gar­tens, und der Ber­li­ner Bota­nik­pro­fes­sor Karl Sigis­mund Kunth besuch­ten Wal­lich gar in Lon­don, um sich per­sön­lich ein Bild von den indi­schen Her­ba­ri­en machen zu kön­nen, und lern­ten dabei auch des­sen Fami­lie ken­nen. Ande­re Bota­ni­ker wie der Bon­ner und Bres­lau­er Chris­ti­an Gott­fried Dani­el Nees von Esen­beck, von 1818 bis 1858 Direk­tor der Leo­pol­di­na, oder der Münch­ner Carl Fried­rich Phil­ipp von Mar­ti­us bedau­er­ten sehr, dies nicht geschafft zu haben, stan­den aber den­noch in guter Ver­bin­dung zu Wal­lich, auch als die­ser nach Indi­en zurück­ge­kehrt war. Dem­entspre­chend behan­deln die über­lie­fer­ten Brief­wech­sel nicht allein fach­li­che The­men, son­dern tan­gie­ren bei­spiels­wei­se auch fami­liä­re, gesund­heit­li­che oder auch poli­ti­sche Berei­che. Nicht unbe­deu­ten­de Aspek­te betra­fen auch Kon­kur­renz und Kar­rie­re. So berich­te­te man durch­aus über ver­meint­lich unge­recht­fer­tig­te Ämter­be­set­zun­gen, Riva­li­tä­ten und sons­ti­ge Skan­da­le in den Uni­ver­si­tä­ten und bota­ni­schen Gär­ten oder ver­such­te eige­ne Schü­ler oder sons­ti­ge Bekann­te bei Wal­lich in Indi­en unter­zu­brin­gen. Die Bezie­hun­gen beruh­ten auch auf dem Prin­zip Leis­tung – Gegen­leis­tung. Dazu gehör­ten Erwar­tun­gen gegen­sei­ti­ger Zita­tio­nen, von Pflanzen­sen­dun­gen, der Auf­nah­me in Wis­sen­schafts­ge­sell­schaf­ten, von posi­ti­ven Rezen­sio­nen und Vor­wor­ten, von Über­set­zun­gen, Sub­skrip­tio­nen und die Benen­nung von Pflan­zen nach dem jewei­li­gen For­scher. Lob­by­ar­beit im jeweils ande­ren Land gehör­te eben­falls dazu, stieg doch gera­de in den 1830er Jah­ren der Druck auf die bri­ti­schen Bota­ni­ker sich stär­ker der Wirt­schaft und der Nütz­lich­keit zu wid­men (Dray­ton 2000).

Die insti­tu­tio­nel­le Dimen­si­on betraf dem­nach nicht allein die Mit­glied­schaft in Gelehr­ten­ge­sell­schaf­ten, son­dern auch Dan­kes­schrei­ben von oder an staat­li­che Insti­tu­tio­nen. Von Mar­ti­us ließ den Direk­to­ren der EIC auf Anra­ten von und wei­ter­ge­lei­tet über Wal­lich einen Dan­kes­brief sowie sei­ne schrift­li­che Arbeit für die Biblio­thek der EIC am Bota­ni­schen Gar­ten von Kal­kut­ta zukom­men. Auf der Ver­samm­lung Deut­scher Natur­for­scher und Ärz­te in Ham­burg 1830 beschloss die Bota­ni­sche Sek­ti­on dem Bestre­ben Leh­manns zu fol­gen, aus Dank­bar­keit je ein gemein­schaft­li­ches Dan­kes­schrei­ben an die EIC, an Wal­lich und an den König von Eng­land zu schi­cken. Dar­über hin­aus waren die Schrei­ben ver­bun­den mit der Bit­te, Wal­lich zu erlau­ben noch län­ger in Euro­pa blei­ben zu kön­nen, um die Her­aus­ga­be sei­nes Wer­kes bes­ser orga­ni­sie­ren zu kön­nen. Ande­re offi­zi­el­le Insti­tu­tio­nen waren eben­falls in den wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch ein­ge­bun­den. So ließ der preu­ßi­sche Kul­tus­mi­nis­ter Karl vom Stein zum Alten­stein 1837 Wal­lich in Kal­kut­ta und Robert Wight in Madras für die dem Neu-Schö­ne­ber­ger Her­ba­ri­um zur Ver­fü­gung gestell­ten Kol­lek­tio­nen über den Direk­tor Hein­rich Fried­rich Link, den Poe­ten und Natur­for­scher Adel­bert von Cha­mis­so und den Kus­tos Johann Fried­rich Klotzsch sei­nen ins Eng­li­sche über­setz­ten Dank aus­rich­ten.

Indi­rek­te Ver­bin­dun­gen zu ein­zel­nen Bota­ni­kern erga­ben sich eben­falls. Als etwa Bern­hard Schmid aus Indi­en zurück­kehr­te, besuch­te er den Bota­nik­pro­fes­sor Jona­than Carl Zen­ker in Jena, dem er sei­ne in Indi­en gesam­mel­ten Pflan­zen zur Beschrei­bung und Illus­tra­ti­on über­ge­ben und der in Jena eine Indi­en­ab­tei­lung im Bota­ni­schen Gar­ten auf­ge­baut hat­te. Von die­sem Tref­fen schrieb er Wal­lich aus­führ­lich. Um die schnells­te und güns­tigs­te Ver­bin­dung für den Pflan­zen- oder Lite­ra­tur­ver­sand nut­zen zu kön­nen, grif­fen die Bota­ni­ker über­dies häu­fig zwecks Wei­ter­lei­tung eines Pake­tes auf ihre Kol­le­gen zurück. Nees von Esen­beck bat Wal­lich bei­spiels­wei­se ihm doch durch den Ham­bur­ger Leh­mann Tex­te in Bres­lau zukom­men zu las­sen, wäh­rend Wal­lich auch häu­fi­ger Pflan­zen an bri­ti­sche Kol­le­gen wei­ter­lei­ten muss­te oder Leh­mann die Ver­mitt­lung von bzw. nach Süd­afri­ka und von dort wei­ter nach Indi­en über­nahm. Auf die­se Wei­se teil­te man auch Infor­ma­tio­nen über die Bota­ni­ker­kol­le­gen, egal ob man sich per­sön­lich kann­te oder nicht.

Archive und Bestände

Eine frei zugäng­li­che Daten­bank mit Infor­ma­tio­nen zu ca. 5000 Brie­fen ver­schie­dens­ter Pro­ve­ni­enz von und an Wal­lich bie­tet der Lehr­stuhl für die Geschich­te Nord­eu­ro­pas der Chris­ti­an-Albrechts-Uni­ver­si­tät zu Kiel. Ein­ge­pflegt wur­den Ver­fas­ser, Adres­sat, Ort und Datum, wenn ver­füg­bar, bei den wich­tigs­ten Per­so­nen bio­gra­phi­sche Daten sowie das jewei­li­ge Archiv. In Ergän­zung zu den Wal­lich-Archi­va­li­en, ist es sinn­voll, zu dem The­ma die Nach­läs­se und Auto­gra­phen­samm­lun­gen wei­te­rer deut­scher Archi­ve zu sich­ten. Vie­le Mate­ria­li­en sind über den Kal­lio­pe-Ver­bund online erschließ­bar. Im Fal­le der Ber­li­ner Bestän­de Adel­bert von Cha­mis­sos oder Alex­an­der von Hum­boldts sind die meis­ten Doku­men­te sogar online ein­seh­bar. Hum­boldt selbst taucht sel­ten in den Wal­lich-Bestän­den auf, scheint aber häu­fi­ger bota­ni­sches Mate­ri­al und Infor­ma­tio­nen von Wal­lich erhal­ten zu haben und war über­haupt sehr an Indi­en inter­es­siert, was sich in der För­de­rung ver­schie­de­ner Indi­en­rei­sen­der, wie von Orlichs oder der Gebrü­der Schlag­int­weit, nie­der­schlug. Eine eige­ne Indi­en­rei­se kam wohl auf­grund des Wider­stan­des der EIC nicht zustan­de.

Vie­le Bestän­de in der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin sowie die Bestän­de ande­rer Ber­li­ner Archi­ve sind nicht online ver­füg­bar und auch nicht immer in Kal­lio­pe ver­zeich­net. Nicht digi­ta­li­siert sind etwa die Brie­fe des Bota­nik­pro­fes­sors Kunth. Sie fin­den sich, genau­so wie die­je­ni­gen Klotzschs, in der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin in der Samm­lung von Lud­wig Darm­sta­ed­ter und sind durch Kal­lio­pe erschlos­sen (Slg. Darm­sta­ed­ter / L Natur­wis­sen­schaf­ten / Lb Bota­nik: Kunth, Karl Sigis­mund).

Von beson­de­rem Inter­es­se ist die umfang­rei­che Samm­lung Rudolph Ben­no von Römers in Leip­zig. Er war mit dem Bota­nik­pro­fes­sor Gus­tav Kun­ze befreun­det, seit sei­nem Stu­di­um bei Kun­ze an der Bota­nik inter­es­siert und ein bedeu­ten­der Samm­ler. Sei­ne gesam­mel­ten Bücher zur Bota­nik wie auch sein umfang­rei­ches Her­ba­ri­um ver­mach­te er tes­ta­men­ta­risch der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Leip­zig, wo die Bestän­de heu­te ein­seh­bar sind (UB Leip­zig, Slg. Römer/NL 133). Der Nach­lass Kun­zes befin­det sich eben­falls dort (UB Leip­zig, Nach­lass Gus­tav Kun­ze Ms.0352) und ent­hält neben eini­gen Brie­fen über Wal­lichs Indi­en­samm­lung auch Kor­re­spon­den­zen mit den Bota­ni­kern der Kap­ko­lo­nie, die zum Teil Schü­ler Kun­zes waren, mit Pro­fes­so­ren­kol­le­gen und mit Bern­hard Schmid. Die Brie­fe sind in Kal­lio­pe ver­zeich­net. Glei­ches gilt für die umfang­rei­che Kor­re­spon­denz des Münch­ner Bota­ni­kers von Mar­ti­us, die in der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek in Mün­chen lagert (BSB Mar­ti­usia­na II A) und, ver­gli­chen mit den ande­ren deut­schen Pro­fes­so­ren, das meis­te Quel­len­ma­te­ri­al zu Wal­lich und Indi­en ent­hält.

Eine Über­sicht über die Bestän­de des Ham­bur­ger Bota­ni­kers Leh­mann fin­det sich auf der Web­site der Staats- und Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Ham­burg (http://www.sub.uni-hamburg.de/sammlungen/nachlass-und-autographensammlung/nachlaesse-und-autographen-von-a‑z.html#c6563), die Tei­le des Nach­las­ses ver­wahrt (Nach­lass Johann Georg Chris­ti­an Leh­mann, 1 Archiv­kas­ten, 1 Bd. NL Leh­mann, Brie­fe an Leh­mann (Thes. ep.: 4° : 65) und Diplo­me (Bd.); Adres­sat Brie­fe NJGL: B; Ver­fas­ser Brief LA (Lite­ra­tur­ar­chiv): Leh­mann, Johann Georg Chris­ti­an). Neben sei­nen Wal­lich-Brie­fen sind auch sei­ne brief­li­chen Kon­tak­te nach Süd­afri­ka und sei­ne Ver­mitt­lungs­tä­tig­kei­ten von gro­ßem Inter­es­se.

Die Brie­fe des Indi­en­mis­sio­nars Bern­hard Schmid ver­tei­len sich wie­der­um auf ver­schie­de­ne Archi­ve und Biblio­the­ken. Sie fin­den sich im online gut erschlos­se­nen Mis­si­ons­ar­chiv der Francke­schen Stif­tun­gen zu Hal­le (AFSt/M), wo auch ande­ren Mis­sio­na­ren wie John, Klein oder Rott­ler nach­zu­ge­hen ist, wie auch in der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Hei­del­berg sowie ver­streut in Nürn­berg oder Dres­den oder im Nach­lass Kun­zes in Leip­zig. Gera­de die Mis­sio­na­re geben gute Ein­bli­cke in die kon­kre­te Pra­xis des Sam­melns von Pflan­zen vor Ort in Indi­en, in dabei auf­tre­ten­de Schwie­rig­kei­ten, in die Wege und den Ver­trieb der Kol­lek­tio­nen. Inter­es­sant sind auch die Bestän­de der Leo­pol­di­na in Hal­le rund um ihren Prä­si­den­ten Nees von Esen­beck, der enge Kon­tak­te zu Wal­lich und ande­ren Bota­ni­kern unter­hielt.

Quellen und Literatur

Gedruckte Quellen

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Hoff­meis­ter, Adolph (Hg.), Brie­fe aus Indi­en, von W. Hoff­meis­ter, Arzt im Gefol­ge Sr. Königl. Hoheit des Prin­zen Wal­de­mar von Preus­sen; nach des­sen nach­ge­las­se­nen Brie­fen u. Tage­bü­chern. Mit einer Vor­re­de von C. Rit­ter und sie­ben topo­gra­phi­schen Kar­ten. Braun­schweig: 1847.

Hoff­meis­ter, Wer­ner, “Ueber die Ver­brei­tung der Coni­fe­ren am Hima­la­yah, aus einem Schrei­ben des Dr. W. Hoff­meis­ter an Hrn. v. Hum­boldt”. Bota­ni­sche Zei­tung 4 (1846), S. 177–185.

Klotzsch, Fried­rich und August Garcke, Die bota­ni­schen Ergeb­nis­se der Rei­se sei­ner König­li­chen Hoheit des Prin­zen Wal­de­mar von Preu­ßen in den Jah­ren 1845 und 1846 durch Wer­ner Hoff­meis­ter auf Cey­lon, dem Hima­la­ya und an den Gren­zen von Tibet gesam­mel­te Pflan­zen. 2 Bde. Ber­lin: 1862.

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Sekundärliteratur

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